Entwarnung Hamburger Forscherin hat sich nicht mit Ebola infiziert

Entwarnung nach Verletzung mit Ebola-Spritze: Die Forscherin vom Hamburger Tropeninstitut hat sich nicht mit den hochgefährlichen Ebola-Viren infiziert. Heute endete nach 21 Tagen die Inkubationszeit - die Patientin durfte die Klinik schon verlassen.


Hamburg - Die lange Zeit des Bangens ist vorbei. Vor 21 Tagen hatte sich eine Forscherin des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin mit einer Nadel gestochen, die mit dem hochgefährlichen Ebola-Virus kontaminiert war. Jetzt ist die dreiwöchige Inkubationszeit vorbei und es steht fest: Die Wissenschaftlerin hat sich nicht mit dem lebensgefährlichen Virus infiziert. Sie durfte das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) bereits verlassen, wie eine Kliniksprecherin mitteilte.

Damit endet für die Forscherin eine lange Zeit der Ungewissheit. "Die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich mit dem Erreger angesteckt hat, ist nicht sehr groß", hatte Stefan Günther, Leiter des Instituts für Virologie am Bernhard-Nocht-Institut, kurz nach dem Unfall im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE gesagt. Dennoch konnte es niemand genau wissen. Die Patientin kannte durch ihre Arbeit mit den Viren die Gefahr einer Erkrankung jedoch genau: 50 bis 80 Prozent aller Menschen, die an Ebola-Fieber erkranken, sterben daran.

Vor diesem Hintergrund hatte die Wissenschaftlerin einem Experiment zugestimmt: Sie hatte einen Impfstoff erhalten, der bisher nur an Tieren erprobt worden war. In einer einmaligen Aktion von internationalen Wissenschaftlern war das Mittel innerhalb von 48 Stunden von Kanada nach Deutschland transportiert und der Patientin injiziert worden.

Wenige Stunden nach der Immunisierung war es jedoch zu einer Impfreaktion mit Fieber sowie Kopf- und Gliederschmerzen gekommen. Weil bei Ebola ähnliche Beschwerden auftreten, rieten die Ärzte der Patientin zur Behandlung unter Quarantäne in einem Sicherheitszelt am UKE. "Die Isolierstation ist eine psychisch extrem belastende Situation", sagte Günther. Das kleine Zelt, die Einsamkeit, die Sorgen - all das verschlimmere die Lage der Frau.

Doch sie hatte Glück. Die Ärzte fanden keine Hinweise auf eine Infektion in ihrem Blut, und sie entwickelte auch keine Krankheitszeichen. Am vergangenen Mittwoch hatte die Frau daher bereits die Isolierstation verlassen und in ein Einzelzimmer auf der Infektionsstation umziehen dürfen.

Jetzt ist ihr Martyrium vorbei. "Ob der Einsatz des Impfstoffes eine Rolle gespielt hat, werden wir möglicherweise erst in ein paar Wochen wissen", betonte der behandelnde Arzt Stefan Schmiedel. Das wichtigste sei jetzt: "Die Patientin ist gesund. Wir sind darüber sehr froh", so Schmiedel.

hei/dpa



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