Erbgut-Analyse Forscher entdecken Gene für Hodenkrebs

Vater, Bruder, Sohn - ein Mann, dessen Familienmitglieder an Hodenkrebs erkranken, hat ein erhöhtes Risiko für den Tumor. Britische Forscher haben jetzt Teile des Erbguts ausgemacht, die den Krebs mitverursachen. Früh erkannt, überleben mehr als 95 Prozent der Betroffenen.


Meist trifft es relativ junge Männer: Ein tastbarer Knoten, ein vergrößerter Hoden - die Diagnose lautet Tumor. Im Alter von 20 bis 40 Jahren ist Hodenkrebs, ein in Deutschland insgesamt seltener Tumor, die häufigste Krebserkrankung. Die Diagnose klingt zunächst bitter, doch die Prognose ist gut: Wird der Tumor in einem frühen Stadium entdeckt, ist er in über 95 Prozent der Fälle heilbar.

Junger Mann beim Arzt: Hodenkrebs trifft vor allem Männer von 20 bis 40 Jahren
DDP

Junger Mann beim Arzt: Hodenkrebs trifft vor allem Männer von 20 bis 40 Jahren

Bereits seit einiger Zeit ist bekannt, dass Männer, deren Väter, Brüder oder Söhne an Hodenkrebs erkrankten, ein erhöhtes Risiko haben, selbst einen Hodentumor zu bekommen. Auf der Suche nach der genetischen Verbindung hat jetzt ein Forscherteam aus Großbritannien entdeckt, welche Teile des Erbguts für die Entstehung von Hodenkrebs verantwortlich sind. Über ihre Ergebnisse berichten die Forscher in der Fachzeitzeitschrift "Nature Genetics".

Für seine Untersuchung verglich das Forscherteam den genetischen Code von 730 an Hodenkrebs erkrankten Männern mit dem gesunder Probanden. Demnach erhöhen bestimmte Varianten der Chromosomen 5, 6 und 12 das Risiko für Hodenkrebs. Das Vorhandensein aller drei Varianten steigert die Anfälligkeit für einen Hodentumor bis um das Vierfache. Das Team um Elizabeth Ripley vom Institut für Krebsforschung in der britischen Grafschaft Surrey will nun nach weiteren Risikofaktoren forschen.

Die Therapie des Hodenkrebses besteht in den meisten Fällen in der Entfernung des betroffenen Hodens. Je nach Tumorart, Gewebe und Stadium folgen dann eine Chemo- oder eine Strahlentherapie. Wenn der Patient später noch eigene Kinder haben möchte, kann er vor dem Eingriff eine Samenspende abgeben. Allerdings bleiben viele operierte Männer auch nach der Therapie fruchtbar.

hei/AFP



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