Erbgut-Analyse SARS stammt aus dem Tierreich

Nach einer Gensequenzierung sind sich Forscher aus Hongkong sicher: Der SARS-Erreger muss von einem Tier übergesprungen sein. Doch er ähnelt keinem bekannten Ratten-, Mäuse- oder Schweinevirus.

Bei der Suche nach dem Ursprung der rätselhaften Lungenerkrankung SARS sind Experten aus Hongkong offenbar einen Schritt weitergekommen. Eine Gensequenzierung des Erregers habe eindeutig gezeigt, dass er aus dem Tierreich stammt, erklärten die Forscher der Universität Hongkong am Mittwoch. Bisherige Analysen hätten diese Frage nicht endgültig klären können.

"Das Virus existierte ursprünglich nicht in Menschen, es stammt definitiv von Tieren", bekräftigte der Mikrobiologe Yuen Kwok-yung. Trotzdem bleiben viele Fragen offen. Zwar sind sich die Forscher mittlerweile einig, dass der Erreger, der weltweit über 3000 Menschen infiziert und in mindestens 155 Fällen zum Tod geführt hat, zu den so genannten Coronaviren gehört. Doch die Gemeinsamkeiten mit anderen Vetretern dieser Gruppe halten sich offenbar in Grenzen.

"Wenn dieses Virus sehr stark einem Ratten-, Mäuse- oder Schweinevirus ähneln würde, dann hätte dies deutlich auf den Ursprung des Erregers verwiesen", erklärte Malik Peiris, ebenfalls Mikrobiologe an der Universität Hongkong. "Tatsächlich aber zeigt die Untersuchung, dass dieses Virus keinem der bekannten, Mensch oder Tier befallenden Viren nahe kommt. Es ist etwas Neues für die Wissenschaft."

Kanadische und US-amerikanische Forscher hatten bereits in den letzten Tagen unabhängig voneinander die Gensequenz des Erregers veröffentlicht. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation, die in Kürze weitere Experten nach China entsenden will, müssen Ursprung und Übertragungsweg des Virus zurückverfolgt werden, um Prognosen über die Ausbreitung zu treffen. Zudem können nur so neue Sprünge des Erregers vom Tier auf den Menschen verhindert werden.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.