Erfolg für Tierschützer Japan verfehlt Walfang-Quote

Die teils radikalen Aktionen von Tierschützern hatten Wirkung: Die japanische Walfangflotte hat deutlich weniger Wale erlegt als geplant. Die Aktivisten haben nach eigenen Angaben Hunderten Meeressäugern das Leben gerettet.


Tokio - Japans Walfangflotte hat in der vergangenen Saison nach eigenen Angaben deutlich weniger Wale gefangen als geplant. Grund seien vor allem die wiederholten Störmanöver von Tierschützern, teilte das Amt für Fischerei am Montag in Tokio mit. Insgesamt 551 Zwergwale seien in den vergangenen Monaten gefangen worden - 60 Prozent weniger als ursprünglich geplant.

Die Walfänger hatten eigentlich 900 der Meeressäuger "zu Forschungszwecken" erlegen wollen, darunter 850 Zwerg- und 50 Finnwale. Finnwale habe man aber nur in geringer Zahl finden können, hieß es. Auf internationalen Druck hin musste Japan zudem den geplanten Fang von 50 Buckelwalen aufgeben. "Wir hatten nicht genug Zeit für Forschung, denn wir mussten Sabotage verhindern", erklärte das Fischereiministerium

Die Organisationen "Sea Shepherd" und "Greenpeace" hatten die Walfangflotte im südlichen Polarmeer verfolgt. Aktivisten von "Sea Shepherd" hatten zuletzt Anfang März ein japanisches Walfangschiff mit Buttersäure beworfen. Im Januar enterten zwei Umweltschützer einen Walfänger. Die australische Regierung setzte ein Schiff zur Beobachtung der japanischen Flotte ein.

Die Europäische Kommission und Australien hatten Japan aufgefordert, die Jagd auf die Wale zu stoppen. Ungeachtet eines 1986 verhängten Stopps für den kommerziellen Walfang umgeht Japan dieses Moratorium trotz weltweiter Proteste unter dem Deckmantel des "wissenschaftlichen" Walfangs. Das Fleisch der erlegten Tiere, das in Japan als Delikatesse gilt, landet in den Supermärkten des Landes.

Tierschützer begrüßten die Tatsache, dass Japan sein Jagdziel nicht erreichte. Doch sei auch die niedrigere Zahl noch zu hoch. "Sie liegt immer noch über den etwa 400, die sie vor etwa drei Jahren erlegt haben", sagte Junichi Sato, Projektleiter für Walfang bei Greenpeace. "Also ist es im Vergleich zu früheren Jahren immer noch viel."

mbe/dpa/AP/AFP



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