Milliardenprojekt im Japanischen Meer Südkorea baut schwimmenden Mega-Windpark

Während in Deutschland der Windkraftausbau stockt, plant Südkorea ein Milliardenprojekt für die Energiewende. Sechs Millionen Haushalte sollen mit dem Ökostrom versorgt werden.
Schwimmende Offshore-Windkraftanlage vor der japanischen Küste

Schwimmende Offshore-Windkraftanlage vor der japanischen Küste

Foto: Yoshikazu Tsuno / AFP

Vor der südkoreanischen Küste soll der größte schwimmende Windpark der Welt entstehen. Nach Angaben der Regierung soll das Projekt mit einer installierten Leistung von sechs Gigawatt rund 27 Milliarden Euro kosten. Südkoreas Präsident Moon Jae In sagte am Donnerstag bei der Präsentation der Pläne die volle Unterstützung der Regierung zu.

Vor der südkoreanischen Industriestadt Ulsan sollen dafür bis 2030 schwimmende Windturbinen  installiert werden. Diese werden nicht im Boden verankert, sondern an Bojen befestigt, weil der Meeresgrund vor Ulsan sehr tief liegt.

Der Windpark soll rechnerisch 5,8 Millionen Haushalte in Ulsan und der umliegenden Region mit grünem Strom versorgen. Teil des Konzepts ist auch ein integriertes Ökosystem von »grünem Wasserstoff und Windkraft«. So sollen 20 Prozent des Stromertrags aus dem Windpark in die Produktion von grünem Wasserstoff fließen. Durch den Windpark könnten den Angaben zufolge jährlich 9,3 Millionen Tonnen CO₂ eingespart und 84.000 Tonnen Wasserstoff hergestellt werden.

Laut dem Präsidenten sei der geplante Windpark ein weiterer Meilenstein, um das Ziel einer CO2-Neutralität bis 2050 zu erreichen. Außerdem wolle man die Wirtschaft ankurbeln.

Die Windkraft ist seit Jahren ein wichtiger Teil des sogenannten Green New Deal von Südkoreas Regierung, mit dem die Abhängigkeit der viertgrößten Volkswirtschaft Asiens von fossilen Brennstoffen verringert werden soll.

Auch RWE will mitbauen

Um eine Teilnahme an dem Projekt bewirbt sich nach Angaben der deutschen Botschaft in Seoul unter anderem auch der deutsche Energiekonzern RWE . Derzeit liefen Verhandlungen, hieß es.

Erst im Februar hatte das Land Pläne zum Bau des weltgrößten Offshore-Windkraftkomplexes in Sinan an der Südwestküste enthüllt. Dort soll – ebenfalls bis Ende dieses Jahrzehnts – eine Anlage mit einer maximalen Kapazität von 8,2 Gigawatt gebaut werden. Sie hätte dann eine um rund das Siebenfache größere Leistung als die derzeit größten Windanlagen.

sug/dpa-afxp
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