Erneute Panne Reaktor in Tricastin evakuiert

Erneuter Zwischenfall in der französischen Atomanlage Tricastin: Bei Wartungsarbeiten an einem Reaktor wurde ein Problem mit Brennstoffelementen festgestellt. Die Arbeiter wurden sofort in Sicherheit gebracht.

Paris - Die Pannenserie in Tricastin will nicht enden. Nach Angaben von Électricité de France (EDF), dem Betreiber der Atomanlage, haben Mitarbeiter am Montagmorgen bei der Entnahme von Brennstoff aus dem Reaktor Nummer zwei festgestellt, dass zwei Brennstoffelemente eine unnormale Position hatten. Die Arbeiten in dem für die Dauer des Austauschs stillgelegten Reaktor wurden demnach gestoppt, das Gebäude evakuiert und vorsorglich geschlossen.

Experten seien bereits mit der Behebung des "technischen Problems" beschäftigt, hieß es in der Erklärung weiter. Laut EDF hatte der Vorfall "keine Auswirkungen auf die Umwelt und die Sicherheit des Reaktors". Auch die französische Atombehörde ASN teilte mit, dass für die Arbeiter und die Umwelt keine Gefahr bestanden habe.

Es handelt sich bereits um den vierten Zwischenfall in der Atomanlage binnen zwei Monaten. Im Juli wurden knapp hundert Mitarbeiter bei einem Unfall mit einer geringen Strahlendosis belastet. Davor war in Tricastin uranhaltige Flüssigkeit ins Erdreich und in einen Fluss ausgetreten. Daraufhin hatte die Regierung eine Überprüfung aller 19 Atomreaktoren des Landes angeordnet.

Tricastin ist nach Angaben der Betreiber die größte Atomanlage der Welt und erstreckt sich über 600 Hektar. Für den staatlichen Atomkonzern Areva und den Stromversorger EDF sowie ihre Tochterfirmen und Partner arbeiten rund 6000 Menschen in Tricastin. Zur Anlage gehört auch ein Werk für radioaktive Brennelemente.

mbe/AFP/Reuters

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