Straßburg EU-Parlament stimmt für Ende der Zeitumstellung

Das Europäische Parlament hat sich für ein Ende der Zeitumstellung ausgesprochen. Das ist das Ergebnis einer Abstimmung in Straßburg - die aber nur ein Zwischenschritt ist.

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Auf dem Weg zum Ende der Zeitumstellung in Mitteleuropa hat das EU-Parlament einen weiteren Schritt gemacht. Die Uhren sollen demnach im Jahr 2021 zum letzten Mal umgestellt werden. Auf diese Position einigten sich die Abgeordneten in Straßburg bei einer Abstimmung.

Für die tatsächliche Abschaffung müsste allerdings noch ein Kompromiss mit den Mitgliedstaaten erzielt werden. Der zuständige Verkehrsausschuss hatte sich bereits für ein Ende des halbjährlichen Drehens an der Uhr vom Jahr 2021 an ausgesprochen. Ein "Koordinierungsmechanismus" solle einen Zeit-Flickenteppich in Europa vermeiden.

Bei der Parlamentsentscheidung handelt es sich um einen Zwischenschritt. Die EU-Verkehrsminister haben sich noch nicht auf eine gemeinsame Linie verständigt. Erst danach kann die Suche nach einem EU-weiten Kompromiss beginnen. Mit einer Einigung wird erst ab Herbst gerechnet. Letztlich soll nach dem Willen des Europaparlaments jeder Mitgliedstaat selbst entscheiden können, ob er in zwei Jahren eine dauerhafte Winter- oder Sommerzeit einführen will. Für diejenigen Staaten, die sich für die Winterzeit entscheiden, stünde die letzte Zeitumstellung demnach im Oktober 2021 an.

Wirtschaftliche Nutzen ist umstritten

Am kommenden Wochenende beginnt wieder die Sommerzeit. Seit 1996 werden in der Europäischen Union am letzten Sonntag im März sowie am letzten Sonntag im Oktober die Uhren jeweils eine Stunde umgestellt. In Deutschland gibt es die Sommerzeit schon seit 1980. Ziel waren ursprünglich Energieeinsparungen. Doch der wirtschaftliche Nutzen ist heute umstritten.

Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass die Zeitumstellung manchen Menschen gesundheitliche Probleme bereitet. Die EU-Kommission hatte im vergangenen Sommer vorgeschlagen, das Drehen an der Uhr schon 2019 zu beenden, scheiterte jedoch unter anderem am Widerstand der Mitgliedstaaten.

Sollte die Zeitumstellung abgeschafft werden, ist in Deutschland eine knappe Mehrheit für die dauerhafte Einführung der Sommerzeit. In einer Umfrage sprachen sich 51 Prozent für diese Variante aus.

joe/dpa



insgesamt 144 Beiträge
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hausfeen 26.03.2019
1. Sommerzeit für immer ist natürlich Quatsch.
Die Uhrzeit ist der Sonne abgeschaut. Und 12 Uhr mittags sollte die Sonne möglichst im Zenith stehen. Wird sie meist eh nicht, da verschiedene Längengradzonen zusammengefasst werden, damit es nicht zuviele Zeitzonen in Europa gibt. Ein gute Gelegenheit übrigens für Portugal, um aus der britischen Zeitzone auszuscheren, einem Kolonialrelikt.
darthmax 26.03.2019
2. Exemplarisch
Da soll also die Zeitvereinbarung innerhalb der EU aufgehoben werden, wirklich nicht wichtig. Welch langatmiger Prozess dieses aber ist, ist erschreckend. Wie sollen denn wichtige Dinge, wie Zollvereinbarungen , wie Verträge und andere Abkommen geändert werden wenn dies schon so ein Zirkus ist.
haarer.15 26.03.2019
3. Behäbiges EU-Parlament
Erst 2021 - und noch fehlt eine gemeinsame Linie ? Doll ... Daran sieht man "beispielhaft", wie langsam die Mühlen mahlen. Solange müssen wir diesen Nonsens also noch mitmachen. Satte Meisterleistung !
maphry 26.03.2019
4. Dauerhafte Sommerzeit
Das wird spassig mit dauerhafter Sommerzeit. Das heisst das die Sonne im Winter teils erst um halb 10 aufgeht. Das wird einiges an Umgewöhnungen ans Schulen bedeuten, die dort teils schon die erste große Pause haben. Gibts die dann halt im dunkeln. Die Aufsichten und Lehrer werdens ich freuen die schlafende Schülerschaft dann nach draussen zu treiben. Wenn der Unsinn von Zeitumstellung abschaffen schon kommt, dann Normalzeit. Alles andere wäre unverantwortlich.
Dorit Hartz 26.03.2019
5. Ende der Zeitumstellung
Nur zur Klarstellung: Zur Zeit haben wir nicht die Winterzeit, sondern noch die MEZ, d.h. die mitteleuropäische Zeit.
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