Evolution Der Nasenfaktor bei der Partnerwahl

Der Mensch mag Vertreter des gleichen Geschlechts dann am meisten, wenn deren Gesichter dem eigenen ähneln. Beim anderen Geschlecht wirkt Ähnlichkeit hingegen nicht anziehend. Die Erkenntnis kanadischer Psychologen bestätigt Theorien von Evolutionsbiologen.


Ehepaar Beckham: Liebe wegen fehlender Ähnlichkeit?
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Die kanadische Psychologin Lisa DeBruine von der McMaster University ließ 112 Probanden die Attraktivität von Gesichtern bewerten. Die Fotos waren zum Teil so verändert, dass sie den eigenen Gesichtern der Testpersonen ähnelten. Eine solche Veränderung erhöhte deutlich die Attraktivität von Gesichtern des gleichen Geschlechts, fand die Psychologin heraus. Sie hatte jedoch überhaupt keinen Einfluss darauf, wie anziehend die Testpersonen Gesichter des anderen Geschlechts fanden.

Diese Bevorzugung habe sich wahrscheinlich im Lauf der Evolution entwickelt, da Ähnlichkeit ein Hinweis auf eine mögliche Verwandtschaft sei, vermutet DeBruine. Eine solche Verwandtschaft sei beim Knüpfen sozialer Kontakte ein sehr positiver Faktor gewesen, da sie ein harmonisches Zusammenleben garantiert habe.

Stoiber und Schröder: Harmonie fraglich
DPA / DDP Montage: SPIEGEL ONLINE

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Bei der Partnerwahl sei Verwandtschaft dagegen vollkommen unerwünscht, da der Nachwuchs genetisch Nahestehender schwere Defizite haben kann, schreibt die Psychologin im Fachblatt "Proceedings of the Royal Society: Biological Sciences". Daher habe sich die fehlende Anziehungskraft eines potenziellen Partners mit ähnlichen Gesichtszügen wahrscheinlich als Schutzmechanismus vor Inzest entwickelt.



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