Evolution des Satzbaus Frühmenschen wie Yoda sprachen

Wie redeten die Frühmenschen? Wissenschaftler haben den Stammbaum der Sprachen erforscht - ihre Schlussfolgerung: Offenbar verwendeten unsere Vorfahren einen anderen Satzbau als die meisten heute lebenden Menschen. Manche redeten so wie die Figur Yoda aus "Star Wars".
Yoda aus "Star Wars": Seltene Ursprache

Yoda aus "Star Wars": Seltene Ursprache

Foto: REUTERS

Washington - "Sie Steine werfen." Unsere Urahnen haben anscheinend diese Reihenfolge von Subjekt, Objekt und Verb gewählt, um einen Satz zu bilden. Das schließen Forscher aus einem Sprachenstammbaum, den sie im Fachblatt "Proceedings of the National Acaemy of Sciences"  vorstellen. In den meisten lebenden indogermanischen Sprachen - auch im Deutschen - folgt dem Subjekt das Verb, erst dann kommt das Objekt: "Sie werfen Steine".

Die beiden Sprachforscher Murray Gell-Mann vom Santa Fe Institute und Merritt Ruhlen von der Stanford University haben nun 2135 Sprachen und deren wahrscheinlichen Stammbaum analysiert. Ihrer Theorie zufolge gehen alle heutigen Sprachen wahrscheinlich auf einen gemeinsamen Vorläufer zurück: eine Sprache nach dem Subjekt-Objekt-Verb-Muster. Dieser Satzbau sei bei 1008 der analysierten Sprachen zu finden - wie etwa im Türkischen, Japanischen, Koreanischen und Persischen. Im Deutschen sind Subjekt-Objekt-Verb-Folgen nur in Nebensätzen präsent. Ein Beispiel: "Wer Steine wirft, sitzt besser nicht im Glashaus."

Deutsch und Englisch

Im Deutschen und Englischen ist - wie in den meisten lebenden indogermanischen Sprachen - folgen Hauptsätze bevorzugt dem Muster Subjekt-Verb-Objekt: Es fand sich bei 770 der Sprachen. 164 Idiome funktionierten nach dem Verb-Subjekt-Objekt-Muster ("Werfen sie Steine"), nur 40 nach dem Verb-Objekt-Subjekt-Prinzip ("Werfen Steine sie"), so die Autoren. Hinzu kamen gut 120 Mischformen.

Seltener seien Obkjekt-Verb-Subjekt-Muster und Objekt-Subjekt-Verb-Folgen: "Steine werfen sie" und "Steine sie werfen". Letztere Kombination ist von Jedi-Meister Yoda aus den Kinofilmen der "Star Wars"-Reihe bekannt. Welche Sprachmuster Vorteile für die Weiterentwicklung des Menschen geboten haben könnten, sei unklar, schreiben die Forscher.

Auf der Erde herrscht immer noch babylonische Vielfalt von rund 7000 Sprachen. Kürzlich glaubten Wissenschaftler den Ursprung aller Sprachen belegen zu können: Afrika, wie eine verblüffende Theorie zeigte.

boj/dpa

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