Evolutionsvorteil Egoist + Draufgänger = Frauenheld

Es scheint widersinnig, aber asoziales Verhalten wird durchaus belohnt: Wilde Jungs und Draufgänger kommen bei vielen Frauen besonders gut an. Sie haben deutlich mehr Partnerinnen - allerdings für kürzere Zeit.


London - Psychologen nennen das Ganze den "dunklen Dreiklang": leichter Narzissmus, leichte Psychopathie, gepaart mit Machiavellismus. Wer solche Eigenschaften besitzt, der hat in der Evolution Erfolg. Männer mit einem gerüttelt Maß an Selbstverliebtheit, Gefühllosigkeit und dem Bestreben, andere zu manipulieren, neigten zu kürzeren Partnerschaften und gingen schnell neue Beziehungen ein, haben Forscher um Peter Jonason von der New Mexico State University in Las Cruces im US-Bundesstaat New Mexico herausgefunden.

Draufgänger und Frauenheld: Filmfigur James Bond (gespielt von Daniel Craig)
REUTERS

Draufgänger und Frauenheld: Filmfigur James Bond (gespielt von Daniel Craig)

Die Forscher stützen sich auf Persönlichkeitstests bei 200 Studenten, mit denen sie insbesondere die drei Charaktereigenschaften Selbstverliebtheit, Gefühllosigkeit sowie Herrschsucht bewerteten. Außerdem befragten die Forscher die Studenten nach deren Sexualleben und der Dauer der Beziehungen. Studenten mit stärker ausgeprägtem egoistischen und draufgängerischen Verhalten hatten mehr Partner und auch kürzere Beziehungen, wie die Forscher feststellten. Den Zusammenhang fanden die Wissenschaftler allerdings nur bei Männern.

Als Musterbeispiel gilt für Jonason die Filmfigur James Bond, die selbstverliebt stets neue Frauen erobert und Gegner kaltblütig niederstreckt. Da es diese negativ bewerteten Eigenschaften Selbstverliebtheit, Gefühllosigkeit und Herrschsucht heute noch gibt, haben sie als Fortpflanzungsstrategie funktioniert, obwohl sie in ihrer extremen Form schnell zum Ausschluss aus der Gesellschaft führen würden, wie die Forscher feststellen. Der Erfolg solcher eigentlich negativen Charakterzüge gilt sogar über viele Kulturen hinweg. So hatten Wissenschaftler in einer anderen Studie mit 35.000 Menschen aus 57 Ländern den Zusammenhang bestätigt: Die wilden Jungs bekommen die besten Mädels.

chs/ddp



© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.