Extrem selten Python-Schlange bringt Zwillinge zur Welt

Rund 60 Tage haben sie sich ein Ei geteilt, dann sind in einem indischen Zoo - zur Überraschung von Reptilienexperten - Felsenpythons im Doppelpack geschlüpft.


Junge Felsenpythons: "Viel seltener als beim Menschen"
AP

Junge Felsenpythons: "Viel seltener als beim Menschen"

Chennai - Die beiden jungen Riesenschlangen durchbrachen nach Medienberichten vom Dienstag bereits in der vergangenen Woche die Schale ihres gemeinsamen Schlangen-Eis. Sie waren Teil eines rund 30 Eier umfassenden Geleges eines Python-Weibchens im Arignar-Anna-Zoo nahe dem südindischen Chennai. In dem Tierpark, der 20 Felsenpythons hält, sind nach Angaben der Betreiber noch nie Zwillingsschlangen geschlüpft. Sie sprachen von einem extrem seltenen Ereignis.

Auch der deutsche Reptilien-Experte Jakob Hallermann von der Universität Hamburg bezeichnete das eineiige Schlangenpaar als äußerst ungewöhnlich. "Zwillinge kommen bei Reptilien fast nie vor und sind viel seltener als beim Menschen", sagte Hallermann.

Damit sich zwei lebensfähige Tiere in einem Ei entwickeln, müssten sich die Erbanlagen von Anfang an trennen. Andernfalls entstehen, so der Experte, missgebildete Tiere oder Siamesische Zwillinge, die nicht lange überleben.

Felsenpythons (Python sebae) gehören mit einer Länge von bis zu 7,5 Metern zu den größten Pythonschlangen. Als Vertreter der Gattung der Riesenschlagen haben sie zwar keine Giftzähne, dafür

zwei Zahnreihen, mit denen sie ihre Nahrung festhalten können. Anschließend schlingen sie sich um ihr Opfer und erdrücken es mit ihren beeindruckenden Kraft.

Felsenpythons leben meist in der afrikanischen Trockensavanne, südlich der Sahara. In Gefangenschaft können die Schlangen bis zu 20 Jahre alt werden, in freier Wildbahn mitunter deutlich älter.



© SPIEGEL ONLINE 2001
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.