Extremes Alter Langlebigkeit liegt in der Familie

Extrem langes Leben ist offenbar ein Familienprivileg: Geschwister von Hundertjährigen haben einer US-Studie zufolge ebenfalls gute Aussichten, ein hohes Alter zu erreichen.


Alter Amerikaner: Liegt Langlebigkeit in den Genen?
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Alter Amerikaner: Liegt Langlebigkeit in den Genen?

Eine hohe Lebenserwartung scheint nicht nur für einzelne Glückliche, sondern auch für deren direkte Verwandte zu gelten. Die Geschwister von Hundertjährigen haben im Vergleich zur übrigen Bevölkerung eine größere Chance auf ein überdurchschnittliches Alter, berichtet ein US-Forscherteam in der Fachzeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences".

Für die bislang größte Studie dieser Art haben die Wissenschaftler um Thomas Perls vom Boston Medical Center die Stammbäume von 444 Familien mit wenigstens einem Mitglied untersucht, das älter als hundert Jahre wurde. Demnach überschritten auch die Brüder der Hundertjährigen diese Altersgrenze 17-mal häufiger als Männer ohne hundertjährige Geschwister.

Bei den Schwestern der Hundertjährigen lag die Wahrscheinlichkeit, ein ebenso hohes Alter zu erreichen, immer noch bei dem Achtfachen des nationalen Durchschnitts. Zudem waren diese Frauen ihr Leben lang nur halb so gefährdet, einer Krankheit zum Opfer zu fallen, ergab die Analyse. Auch die Brüder späterer Methusalems zeigten, abgesehen von der wilden Jugendzeit, eine unterdurchschnittliche Sterblichkeit.

Zwar gibt die Studie keine Aufschlüsse darüber, ob diese längere Lebenserwartung auf genetische oder andere Faktoren wie zum Beispiel Umwelteinflüsse oder die sozioökonomische Situation zurückgeht. Da sich die äußeren Umstände im Laufe des Lebens häufig ändern, halten es die Autoren für wahrscheinlicher, dass die Ursachen für die Langlebigkeit eher im Erbgut liegen.

Bereits im vergangenen Jahr hatten Perls und seinen Kollegen eine Region auf dem Chromosom vier ausgemacht, in der nach ihrer Meinung ein bis sechs Gene liegen, die ein außergewöhnlich langes Leben begünstigen. Mit den neuen Daten hoffen die Forscher nun, diese möglicherweise lebensverlängernden Erbanlagen weiter einkreisen zu können.



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