Klima-Fake-News Ölriese Exxon wusste schon 1982, wie stark die Erderwärmung 2019 ausfällt

Jahrelang säte der Ölkonzern Exxon in der Öffentlichkeit Zweifel über den menschengemachten Klimawandel. Ein Datenabgleich zeigt nun, wie genau der Konzern tatsächlich Bescheid wusste.
Raffinerie von ExxonMobil in Billings, Montana (Archiv)

Raffinerie von ExxonMobil in Billings, Montana (Archiv)

Foto: Matthew Brown / AP

Der US-Konzern Exxon hat die Öffentlichkeit über Jahre in die Irre geführt, indem er gezielt Zweifel am Klimawandel und am Einfluss von CO2 auf die globale Temperatur schürte - zu diesem Ergebnis kamen 2017 Forscher der Universität Harvard.

Noch 1997 hatte der Mineralölriese eine fragwürdige Anzeige in der "New York Times" platziert: Wissenschaftler könnten nicht mit Sicherheit vorhersagen, ob und wie stark Temperaturen ansteigen, behauptete Exxon damals. Man wisse immer noch nicht, welche Rolle vom Menschen verursachte Treibhausgase bei der Erwärmung des Planeten wirklich spielen.

2015 deckten Journalisten in einer für den Pulitzerpreis nominierten Arbeit  auf, dass der Ölriese schon seit Jahrzehnten wusste, dass sein Geschäftsmodell zu Lasten des globalen Klimas geht. Exxon bestritt die Vorwürfe. Doch nun wird erneut deutlich, wie das Wissen des Unternehmens und seine öffentlichen Aussagen auseinanderdrifteten.

Exakte Prognose für den CO2-Gehalt 2019

Nachdem der CO2-Gehalt der Atmosphäre Anfang Mai 2019 erstmals die Marke von 415 Teilchen pro Million Teilchen Luft (ppm) überschritten hatte, verglichen Journalisten und Klimaforscher Exxon-Prognosen aus dem Jahr 1982 mit dem tatsächlichen Verlauf. Ergebnis: Sowohl beim Temperaturanstieg als auch beim CO2-Anstieg lagen die Exxon-Forscher ziemlich richtig.

Foto: Inside Climate News

Die Grafik oben zeigt eine Exxon-Hochrechnung unter der Annahme, dass die Menschen immer mehr fossile Brennstoffe nutzen und neue Ölreserven erschließen würden. Demnach sollte der CO2-Gehalt der Atmosphäre 2019 bei knapp 420 ppm liegen und die Temperatur um 0,9 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit angestiegen sein.

Zur Erinnerung: Aktuell enthält die Atmosphäre 415 ppm CO2 und die Temperatur ist um ein Grad erhöht. Die von Exxon für 2019 vorhergesagten 0,9 Grad wurden 2017 erreicht.

Exxon-Forscher warnten vor Polschmelze

Dennoch treffen die Prognosen des Ölriesen die Realität sehr genau. Das zeigt auch ein Tweet des amerikanischen Klimaforschers Andrew Dessler von der Texas A&M University. Er hat die Exxon-Vorhersagen zu Temperatur und CO2-Gehalt mit Messwerten verglichen, die die amerikanische Ozeanbehörde Noaa über die Jahre erfasst hat. Die blaue Linie zeigt, welche Angaben Exxon erwartet hat, die roten Punkte zeigen die realen Werte.

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In einem Text zur Exxon-Grafik warnen die Firmenwissenschaftler, dass zusätzlicher CO2-Ausstoß den Treibhauseffekt verstärken und die Erdoberfläche erwärmen würde. Auch die Information, dass sich dadurch die Niederschlagsmenge verändern und die Polarkappen über die Jahrhunderte abschmelzen könnten, ist Teil des Papiers.

jme
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