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Studie zur Gehirnaktivität

Wer einen Fahrradhelm trägt, ist risikofreudiger

Viele Radfahrer vertrauen auf einen Helm. Allerdings kann der Kopfschutz offenbar auch dazu verleiten, ein größeres Risiko einzugehen - selbst wenn man gar nicht im Sattel sitzt.

Klaus Vedfelt/ Digital Vision/ Getty Images

Mann mit Fahrradhelm: Radelt man mit Helm risikofreudiger als ohne?

Donnerstag, 15.08.2019   09:35 Uhr

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Bei einem schweren Sturz kann ein Fahrradhelm die Gesundheit oder gar das Leben retten. Deswegen vertrauen viele Radlerinnen und Radler dem Kopfschutz. Eine Helmpflicht wird in Deutschland zwar immer wieder diskutiert, bisher gibt es sie aber nicht.

Das hat womöglich auch damit zu tun, dass Helme nicht nur positive Folgen haben. Unter anderem könnten Autofahrer sich rücksichtsloser gegenüber Radlern mit Helm verhalten - weil sie diese besser geschützt wähnen. Außerdem fahren Radfahrer mit Kopfschutz möglicherweise riskanter als ohne. Risikokompensation heißt der entsprechende Fachbegriff. (Lesen Sie hier eine Übersicht zur Frage, was für und gegen Fahrradhelme spricht.)

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Forscher in Deutschland und Kanada haben nun eine interessante Studie vorgestellt, wonach ein Fahrradhelm auf dem Kopf nicht vorhandene Sicherheit vorgaukeln könnte, selbst wenn es um ganz andere Tätigkeiten als Radfahren geht. Im Fachmagazin "Psychophysiology" berichtet ein Team um die Psychologin Barbara Schmidt von der Universität Jena von Experimenten mit 40 Probanden. Diese hatten an einem Computer ein Kartenglücksspiel gespielt, bei dem man sich zwischen einer risikoreichen und einer risikoärmeren Variante entscheiden musste.

Die Forschenden hatten der Hälfte der Probanden einen Fahrradhelm aufgesetzt - und zwar unter einem Vorwand: Der darauf montierte Eyetracker messe ihre Augenbewegungen während des Versuchs. Per Elektroenzephalografie (EEG) wurden außerdem die Hirnströme der Probanden während des Spiels gemessen. Dabei zeigte sich, dass die Hirnaktivität, die das Abwägen während Entscheidungsprozessen kennzeichnet, bei Helmträgern weitaus weniger ausgeprägt war als bei den Probanden ohne Helm.

Ein Gefühl der Sicherheit

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Die Probanden in beiden Gruppen seien in ihrer Ängstlichkeit vergleichbar gewesen, so die Forscher. Daher sei der gefundene Effekt nicht auf einen generellen Gruppenunterschied zurückzuführen. "Das bedeutet, dass der Helm die Entscheidungsfindung im Risikospiel eindeutig beeinflusst", so Forscherin Schmidt. Offensichtlich assoziierten die Probanden ein Gefühl der Sicherheit mit dem Tragen des Helms.

Frühere Versuche hatten bereits nahegelegt, dass Helmträger sich auch abseits des Rades risikofreudiger verhalten könnten. Die neue Studie liefert dafür nun eine mögliche Erklärung: Die kognitive Kontrolle, also der Mechanismus während des Abwägens, sei mit Helm weniger ausgeprägt, so die Forschenden.

chs

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