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Streit um Top-Archäologin Ist die Max-Planck-Gesellschaft frauenfeindlich?

Mit Nicole Boivin wird erneut eine Max-Planck-Direktorin des Fehlverhaltens bezichtigt, sie musste ihren Posten räumen. Der Fall löst Bestürzung bei vielen Wissenschaftlern aus.
aus DER SPIEGEL 47/2021
Nicole Boivin

Nicole Boivin

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Sven Döring / MPG

Wegen der Absetzung einer Institutsleiterin wächst der Druck auf Martin Stratmann, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft (MPG). Er hatte nach mehrjährigen Untersuchungen über angeb­liches Fehlverhalten Nicole Boivin vom Direktorenposten am Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte in Jena entfernt.

Aus: DER SPIEGEL 47/2021

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Die Archäologin ist die zweite Direktorin seit 2016, die infolge von Vorwürfen ihren Posten nicht mehr innehat. Angesichts des sehr geringen Frauenanteils in der Führung der Institute löst der Fall Unruhe in der internationalen Wissenschaftswelt aus. In einem offenen Brief an die MPG-­Führung äußern sich 145 Wissenschaft­lerinnen besorgt angesichts der »Entlassungen, Degradierungen und Konflikte im Zusammenhang mit Direktorinnen«.

Nobelpreisträgerin fassungslos

Unabhängig davon zeigt sich auch Christiane Nüsslein-Volhard ob des neuen Falls »fassungslos«; die Nobelpreisträgerin schrieb einen empörten Brief an die MPG. Der frühere MPG-Vizepräsident Herbert Jäckle erklärt, die Vorwürfe gegen Boivin nicht beurteilen zu können, stellt jedoch fest: »Die Max-Planck-Gesellschaft hat leider ein Frauenproblem.« Die MPG teilt mit, zu Boivin »ohne Einwilligung der betreffenden Personen« keine Stellung nehmen zu können.

Boivin geht gerichtlich gegen ihre Absetzung vor.

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