Uno-Bericht Hunger und Fettsucht kosten jährlich Billionen

1,4 Milliarden Menschen haben Übergewicht, 868 Millionen hungern: In ihrem Jahresbericht rechnet die Uno-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft die Kosten dieser Probleme aus - und kommt auf 3,5 Billionen Dollar.

Getreidefeld: Zwei Milliarden Menschen fehlen wichtige Nährstoffe
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Getreidefeld: Zwei Milliarden Menschen fehlen wichtige Nährstoffe


Rom - Von Hunger, Mangelernährung oder Fettleibigkeit sind weltweit Milliarden Menschen betroffen. Die dadurch verursachten sozialen und wirtschaftlichen Kosten belaufen sich jedes Jahr auf Billionen Dollar. Eine Kurskorrektur dieser "nicht hinnehmbaren Kosten falscher Ernährung" verlangt die Uno-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) in ihrem am Dienstag in Rom veröffentlichten Jahresbericht.

Auf bis zu 500 Dollar pro Kopf der Weltbevölkerung (rund 380 Euro) können sich nach der FAO-Berechnung die Gesundheitskosten und der langfristige Schaden durch Ernährungsfehler und Mängel summieren: An die dreieinhalb Billionen Dollar jährlich - fünf Prozent der globalen Wirtschaftsleistung - gingen dann durch die verschiedenen Formen von Fehlernährung verloren.

"Unser Ziel muss jetzt kein geringeres sein als die Ausrottung von Hunger und Mangelernährung", sagte FAO-Chef José Graziano da Silva. Der Weg dorthin sei aber noch lang. Um den Notstand in der Versorgung mit Nahrungsmitteln zu beheben, müssten Produzenten und Politik, Lieferanten und Konsumenten dringend neue Wege gehen. Sie sollten mehr auf Nährwert und Nachhaltigkeit achten sowie darauf, Verschwendung und Verpackungsberge zu verringern.

Hunger und Übergewicht sind laut FAO zwei Seiten einer Medaille - national wie international wird Nahrung nicht bewusst genug als lebensnotwendig produziert und verteilt.

Nach den jüngsten FAO-Schätzungen hungern weltweit 868 Millionen Menschen - also jeder achte. Jedes vierte Kind ist von Mangelernährung betroffen, 1,4 Milliarden Menschen haben Übergewicht. Zwei Milliarden ernähren sich so, dass ihnen wichtige Nährstoffe fehlen.

Daher muss nach Ansicht der FAO-Fachleute der nährstoffreichen Nahrung mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden. Die Regierungen, internationalen Organisationen und der Privatsektor müssten alle gemeinsam dem Konsumenten helfen, "gesündere Entscheidungen zu fällen, Abfall zu verringern und zur Nachhaltigkeit beizutragen".

wbr/dpa



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