Finnische Studie Konservative Politiker sind schöner

Gutaussehende Politiker haben es beim Wähler leichter - aber sind sie gleichmäßig über die politischen Lager verteilt? Finnische Forscher wollten das jetzt genau wissen. Das überraschend klare Ergebnis: Konservative sind schöner - aber die Linken haben einen anderen Vorteil.
Jyrki Katainen, Chef der Nationalen Sammlungspartei Finnlands: Sind Konservative schöner?

Jyrki Katainen, Chef der Nationalen Sammlungspartei Finnlands: Sind Konservative schöner?

Foto: LEHTIKUVA/ REUTERS

Politiker sollen nicht nur klug, kompetent, integer und eloquent sein, sondern auch - Zyniker würden sagen: vor allem - gut aussehen. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg etwa gilt dieser Tage manchen Beobachtern gar als Inbegriff vom Sieg des Aussehens über die Substanz. Aber ist die äußerliche Attraktivität in den politischen Lagern gleich verteilt? Niclas Berggren vom Ratio Institute in Schweden und zwei Kollegen haben das jetzt zu ergründen versucht.

Für ihre Untersuchung , die vom deutschen Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA) veröffentlicht wurde, untersuchten die Ökonomen die Resultate von Kommunal- und Parlamentswahlen in Finnland aus den Jahren 2003 und 2004. Die Kandidaten gehörten entweder zur konservativen Nationalen Sammlungspartei, zur Sozialdemokratischen Partei oder zur Linken Allianz. Da die Finnen nicht für Parteilisten, sondern immer direkt für Kandidaten stimmen, lässt sich der Erfolg einzelner Politiker leicht erkennen.

Die Forscher ließen mehr als 2500 Menschen anhand offizieller Fotos über die Attraktivität von knapp 1400 Politikern abstimmen. Die Studienteilnehmer stammten aus verschiedenen europäischen Ländern und den USA - sie kannten die Kandidaten deshalb nicht und konnten sie auch nicht sofort einem politischen Spektrum zuordnen.

Konservative sind schöner, Linke schlauer

Das Ergebnis: "Die Kandidaten der Rechten sehen besser aus als die der Linken", schreiben die Autoren. Die Teilnehmer bewerteten die Fotos auf einer Skala von eins (sehr unattraktiv) bis fünf (schön), wobei ein durchschnittliches Aussehen mit drei bewertet wurde. Die rechten Kandidaten kamen im Durchschnitt auf Werte von 2,9 bis 3, die linken lagen bei 2,6 bis 2,7.

Außerdem haben Berggren und seine Kollegen nach eigenen Angaben festgestellt, dass die Attraktivität der Konservativen offenbar auch zu mehr Wählerstimmen geführt hat. Die Forscher vermuten, dass der Effekt vor allem bei Kommunalwahlen eine Rolle spielt: Da die Kandidaten relativ unbekannt seien, spiele ihr Äußeres eine größere Rolle.

Über den Grund, warum sich im rechten Spektrum attraktivere Politiker finden, können die Forscher nur spekulieren. Sie schlagen unter anderem eine ökonomische Erklärung vor: Da attraktive Menschen im Durchschnitt mehr Geld verdienen, was durch frühere Studien belegt ist, neigten sie eher den Konservativen als den Parteien im linken Spektrum zu. Berggren bietet auch noch eine weitere Erklärung an: "Für schön befundene Menschen oder solche, die sich selbst attraktiv finden, denken tendenziell hierarchischer - und sind damit eher rechts."

Die Linken aber können sich trösten: Sie mögen weniger schön sein, dafür aber sind sie schlauer - das glauben Forscher evolutionsbiologisch erklären zu können.

wbr/AFP
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