Hohe Effizienz Fleischersatz ist die beste Klimaschutzmaßnahme

Stahl- und Zementindustrie oder doch der Verkehrssektor: In welchen Bereichen lohnen sich Investition zum Klimaschutz besonders? Eine Antwort gibt nun ein neuer Bericht.
Veganes Hack

Veganes Hack

Foto: Silas Stein / picture alliance / dpa

Die Weltgemeinschaft steht vor großen Herausforderungen, wenn sie die Folgen des Klimawandels eindämmen will. Doch welche Klimaschutzmaßnahmen lohnen sich besonders, und welchen sollte man die höchste Priorität einräumen?

Laut einem aktuellen Bericht der Boston Consulting Group (BCG)  wirken sich Investitionen in Fleischersatzprodukte auf pflanzlicher Basis am besten für den Klimaschutz aus und schlagen Einsparmaßnahmen von klimaschädlichem CO₂ und anderen Treibhausgasen in anderen Bereichen in ihrer Effizienz.

Demnach lässt sich durch Investitionen in pflanzliche Fleischalternativen, beispielsweise Sojaprodukte, dreimal mehr Treibhausgas einsparen als durch klimafreundlichere Prozesse in der Zementindustrie, berichtet der »Guardian« . Im Vergleich zu klimafreundlicheren und besser gedämmten Gebäuden fällt die Bilanz von Fleischersatzprodukten siebenmal besser aus, gegenüber emissionsfreien Fahrzeugen liegt der Faktor sogar bei elf. Investitionen in alternative Proteine hätten mehr Wirkung auf die Dekarbonisierung als solche in andere Wirtschaftssektoren, so die Autoren des Berichts.

Die Untersuchung verweist auf Schätzungen, denen zufolge die Nutztierhaltung etwa 15 Prozent der globalen Emissionen verursacht und das gesamte globale Ernährungssystem für sogar 26 Prozent der derzeitigen Treibhausgasausstöße verantwortlich ist.

Die Autoren gehen davon aus, dass der Verzehr alternativer Proteine rasch zunehmen wird und im Jahr 2035 elf Prozent der von der Weltbevölkerung verzehrten Proteine ausmachen könnte. Das wiederum könnte laut den Berechnungen den CO₂-Ausstoß der Landwirtschaft um knapp eine Gigatonne senken. Der weltweite CO₂-Ausstoß lag 2021 nach Daten der Internationalen Energieagentur IEA bei 36,3 Gigatonnen.

Zwei Drittel haben Fleischersatzprodukte probiert

Fleischersatzprodukte gewinnen nach den Daten immer mehr Bedeutung auf dem Lebensmittelmarkt. In einer internationalen Verbraucherbefragung in sieben Ländern sagten zwei Drittel, dass sie alternative Proteine bereits probiert haben.

Über drei Viertel erklärten, dass sie Fleischersatz für gesünder halten als tierische Proteine. Allerdings spielt der Preis eine maßgebliche Rolle: Teurer als Fleisch dürfen Sojaprodukte und andere pflanzliche Proteinquellen offensichtlich nicht sein. Die durchschnittliche akzeptierte Preisspanne liegt laut BCG bei 50 bis 90 Prozent des tierischen Originals.

Befragt wurden 3700 Verbraucherinnen und Verbraucher in den USA, China, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Großbritannien, Frankreich, Spanien und Deutschland. In der Bundesrepublik nahmen 515 Menschen teil.

Unter dem Oberbegriff pflanzliche Fleischalternativen fasst die Studie Proteine verschiedenen Ursprungs zusammen. Am bekanntesten sind Ersatzprodukte für Fleisch, Milch und Eier, die aus Soja, Hülsenfrüchten wie Erbsen und Bohnen oder anderen Pflanzen erzeugt werden. Dazu gehören auch Proteine auf Basis von Pilzen, Mikroorganismen oder Insekten.

joe/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.