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20. April 2009, 18:11 Uhr

Forscher-Star

Astrophysiker Stephen Hawking im Krankenhaus

Er ist eine Art Popstar der Wissenschaft - und schwebt offenbar in Gefahr: Der britische Mathematiker und Astrophysiker Stephen Hawking ist in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Er sei "sehr krank", heißt es.

London - Es hatte sich bereits angedeutet: Eigentlich sollte Stephen Hawking am 6. April an der Arizona State University auftreten. Doch dieser Vortrag wurde abgesagt - wegen seines schlechten Gesundheitszustandes. Zuvor hatte der Astrophysiker bereits bekanntgegeben, sich dieses Jahr von seinem Lehrstuhl zurückzuziehen.

Die neuesten Nachrichten klingen ernst: Hawking, 67, sei "sehr krank", teilte die Cambridge University am Montag mit. Der Physiker sei per Krankenwagen ins Addenbrookes-Krankenhaus von Cambridge gebracht worden, sagte Universitätssprecher Gregory Haymann. Dort werde er derzeit untersucht. Medienberichten zufolge leidet Hawking seit mehreren Wochen an einer Brustinfektion.

Hawking gehört zu den weltweit bekanntesten Wissenschaftlern. Er ist Fellow am Gonville & Caius College der Cambridge University. Seit fast 30 Jahren hat er den Lucasischen Lehrstuhl für Mathematik an der University of Cambridge inne - wie vor ihm auch Isaac Newton. Ein breiteres Publikum kennt ihn durch sein populärwissenschaftliches Buch "Eine kurze Geschichte der Zeit", das 1988 erschien.

Seit 25 Jahren ist der Forscher von Kopf bis Fuß fast völlig gelähmt und kann nicht mehr sprechen. Seit einem Luftröhrenschnitt 1985 kommuniziert er mit einem Sprachcomputer. Hawking leidet an einer Variante der unheilbaren Krankheit ALS (amyotrophe Lateralsklerose). Die Nervenkrankheit lässt die Nervenverbindungen zu den Muskeln nach und nach absterben.

Ginge es nach Hawking, würde die Menschheit in rund 30 Jahren eine Basis auf dem Mond errichten - und in 200 bis 500 Jahren auf die Suche nach einem bewohnbaren Planeten außerhalb unseres Sonnensystems gehen. Die Reise ins All werde die "jetzigen Probleme auf der Erde nicht lösen, aber neue Perspektiven geben", sagte Hawking im vergangenen Jahr bei einem Vortrag zum 50. Geburtstag der US-Weltraumbehörde Nasa.

chs/AP/AFP/Reuters/dpa

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