Hashtag #FieldWorkFail Wenn Wissenschaft schiefgeht

Feldforschung ist die Kür der Wissenschaft. Forscher beobachten Tiere in der Steppe, sammeln Fossilien, nehmen Wasserproben. Es sei denn...

Auf Twitter gepostete Fotos: "Fossil verschluckt"

Auf Twitter gepostete Fotos: "Fossil verschluckt"

Von


Wenn Wissenschaftler das Labor verlassen, läuft nicht immer alles glatt. Ihre abstrusesten Erlebnisse teilen Forscher aus aller Welt gerade unter dem Hashtag #fieldworkfail auf Twitter.

Wir haben einige der besten zusammengestellt:

Eine neue Tierart zu entdecken gleicht einer Goldmedaille bei Olympia. Es ist der Lohn für mühevolles Durchstöbern von Grasnarben und Sumpfgürteln auf Händen und Knien. Vorausgesetzt, man beschreibt die gefundene Art auch.

Das wird Tony Gamble leider nicht mehr tun können. Der Evolutionsbiologe machte von seiner fotogenen Spinne lediglich ein hübsches Bild und ließ sie dann wieder frei. Erst danach stellte er fest: Die Spinne war eine bisher unbekannte Art.


Durch Lecken wollte der amerikanische Paläontologe Trevor Valle untersuchen, ob das gefundene Steinchen ein Stück Fels oder ein Fossil ist. Das Ergebnis: ein starker Hustenanfall mit kuriosen Folgen.

Das Fossilstückchen blieb an seiner Zunge kleben, und durch den Staub musste er so stark husten, dass er sein Fundstück leider verschluckte.


Die Tiermedizinerin Carrie Cizauskas und ihre Kollegen erfuhren in Namibia schmerzlich, wie sperrig betäubte Vierbeiner sein können.

Ihr betäubtes Zebra flüchtete in den einzigen Busch der Gegend, brach dort zusammen und blieb stecken. Dummerweise war es nicht nur der einzige Busch weit und breit, der Strauch war auch noch gespickt mit fiesen stacheligen Ästen, die den Forschern das Befreien des Tieres zusätzlich erschwerten.


Die Technik hatte funktioniert, stellte Psychologin Dorothy Bishop aus Oxford nach ihrem Interview mit einem Kind fest. Die Kamera hatte gefilmt - nur nicht das, was Bishop erwartet hatte.

Bishop hatte nach dem Anschalten im Vorbeigehen ihre Videokamera umgestoßen. Diese kleine Ungeschicklichkeit bescherte ihr ein 45-Minuten-Video von der Zimmerdecke.


Tiere mit Sendern zu markieren, um anschließend ihr Verhalten und ihre Bewegungen zu verfolgen, ist keine leichte Aufgabe. Denn Fische, Vögel oder Zebras halten nicht still - sie hüpfen durch die Gegend, fliegen weg oder schwimmen durch die Weiten der Ozeane. Umso größer die Freude, wenn der Sender sitzt. Doppelt hält besser, dachte sich der australische Meeresbiologe Alistair Dove - hinterher.

Er hatte einen Mantarochen gleich zweimal markiert. Auf dem Foto sind die weißen Stifte gut zu erkennen: Sie stecken links und rechts auf dem Rücken des Rochen. Was man nicht sieht, ist der Preis der Satellitensender: pro Stück schlappe tausend Dollar.


Dieses Foto zeigt wie es sein sollte: Der Igel ist professionell markiert - mit kleinen neonfarbenen Plättchen. So erkennen die Forscher ihre Tiere bei späteren Untersuchungen wieder. Wie es nicht sein sollte, beschreibt Esther Dale von der University of Otago in Neuseeland:

Sie hat sich die Markierungen mit Klebstoff auf die Finger gepappt.


Wenn Forscher zu Revierpissern werden, wird es ungemütlich. Zumindest für die Forscher.

Angela Maria Bayona hatte im kolumbianischen Dschungel aus Versehen gegen den Baum eines Jaguars gepinkelt. Die Folge: Drei Wochen lang verfolgte das Tier die Forscherin durch den Wald.


Aus Fehlern sollte man eigentlich lernen. Manchmal aber gelingt das selbst studierten Wissenschaftlern nicht. Diese hier versenkten gleich zweimal ihr Boot. Und das ausgerechnet bei einer Krokodilstudie. Immerhin wurden sie nicht gefressen.

Mehr zum Thema


insgesamt 10 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
bagasso 07.08.2015
1. Denglisch
'Feld' in diesem Zusammenhang ist ein Übersetzungsfehler aus dem Englischen 'field'. Korrekt muss das hier mit 'Gelände' übersetzt werden. 'Im Feld' bedeutet im Deutschen 'Kriegsdienst'.
cassandros 07.08.2015
2. Feldhamster: Denglisch für
Zitat von bagasso'Feld' in diesem Zusammenhang ist ein Übersetzungsfehler aus dem Englischen 'field'. Korrekt muss das hier mit 'Gelände' übersetzt werden. 'Im Feld' bedeutet im Deutschen 'Kriegsdienst'.
Feldforschung, Feldornithologie, etc. sind korrekte und normale Fachbegriffe: - http://www.limicola.de/ - http://www.birdlife-sl.ch/veranstaltungen/feldornithologie-kurs/ - http://www.amazon.de/gp/product/3331000817?*Version*=1&*entries*=0 Wir lernen: ein Übersetzungsfehler liegt nicht vor.
boingdil 07.08.2015
3. @Begasso: Feld ist völlig richtig
Es heißt schließlich Feldforschung, nicht Geländeforschung. Man merke: nur klugscheißern wenn man es wirklich besser weiß. Sonst: Bumerang.
timi_moon 07.08.2015
4.
Unsinn. Das nennt sich immer noch und hochoffiziell "Feldforschung", wenn Wissenschaftler ins Freie gehen. Wikipedia: "Feldforschung ist eine empirische Forschungsmethode zur Erhebung empirischer Daten mittels Beobachtung und Befragung im "natürlichen" Kontext."
keulinchen 07.08.2015
5. wollte gerade kommentalos....
....den wikipedialink hinterlassen ;) - da war dann schon jemand schneller! https://de.wikipedia.org/wiki/Feldforschung
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.