Forschung Dem "Nasch-Gen" auf der Spur

Forscher stehen kurz vor der Entdeckung des Gens, das unsere Empfänglichkeit für süße Gaumenfreuden reguliert. Es könnte erklären, warum einige von uns süchtiger nach dem süßen Kick sind als andere.


Milchschokolade, Zartbitter, Trauben-Nuß - vielleicht doch keine Frage der Wahl
DPA

Milchschokolade, Zartbitter, Trauben-Nuß - vielleicht doch keine Frage der Wahl

San Francisco - Gary Beauchamp berichtete auf der Konferenz der American Chemical Society, dass sich bei Versuchen an Mäusen die Anzahl der in Frage kommenden DNS-Sequenzen von 10.000 auf 100 verkleinert hat.

Der Direktor des Monell Chemical Senses Center in Philadelphia kündigte auf der Konferenz der American Chemical Society die endgültige Identifizierung des Gens für Ende dieses Jahres an.

Die untersuchten DNS-Stränge befinden sich allesamt auf dem Mäusechromosom 4. Laut Beauchamp ist dieser Bereich ein wahrscheinlicher Träger des Gens, das die Rezeption der Geschmacksrichtung "süß" steuert. " Dieser Bereich spielt bei der geschmacklichen Erkennung von süßen Geschmackstoffen bei Mäusen eine große Rolle - und sehr wahrscheinlich auch beim Menschen."

"Das Gen beeinflusst nicht nur unsere Lust auf Süßes, sondern auch die physiologische Reaktion der Geschmacksnerven", sagte Beauchamp.

Es könnte aber auch geschmackliche Präferenzen erklären. "Wir glauben, dass das Gen differierendes Geschmacksempfinden kontrolliert", äußerte Beauchamp. Aus diesem Grund könnten manche Menschen Milchschokolade bevorzugen, während andere lieber nach der bittersüßen Variante greifen.

Die Entdeckung des Gens würde vor allem Nahrungsmittelproduzenten zugute kommen. Denkbar wären zum Beispiel Süßigkeiten, die auf die spezifischen Geschmacksnerven potenzieller Käufer abgestimmt sind.



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