Eingeschlossenes Forschungsschiff Chinesen starten Rettungsaktion in der Antarktis

Seit Weihnachten sitzen 74 Menschen im Eis der Antarktis fest, immer wieder musste die Rettung abgebrochen werden. Doch nun ist es so weit: Ein chinesischer Hubschrauber hat das Schiff "Shokalskiy" erreicht, die Evakuierung hat begonnen.

AFP/ Andrew Peacock/ footloosefotography.com

Sydney - Zunächst sah es am Donnerstag noch aus, als sei die Rettung der im Polareis der Antarktis eingeschlossenen Expeditionsteilnehmer erneut unmöglich. Doch dann twitterte Expeditionsleiter Chris Turney: "Der chinesische Hubschrauber ist da, wir werden hundertprozentig abgeholt." Mittlerweile wurden die ersten Passagiere zu einem Eisbrecher in der Nähe des Forschungsschiffs ausgeflogen.

Ein Video von Turney zeigte am frühen Donnerstagmorgen, wie ein Helikopter neben der "MV Akademik Shokalskiy" aufsetzt. Dann veröffentlichte Turney zwei weitere Clips: In einem Video ist zu sehen, wie Menschen von der "Shokalskiy" in Richtung des Hubschraubers laufen, ein weiteres zeigt dessen Start mit den ersten Passagieren.

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Eingeschlossenes Forschungsschiff: Rettungsaktion angelaufen

Die australische Behörde für Seesicherheit (Amsa) koordiniert die Rettungsaktion. Sie hatte am Morgen mit den Vorbereitungen begonnen, die Mission dann aber zunächst abgebrochen. Das Eis sei an entscheidender Stelle für den Hubschrauber nicht tragfähig, hatte es geheißen. Die Bedingungen verbesserten sich aber innerhalb weniger Stunden.

Geplant ist, dass der Hubschrauber des chinesischen Eisbrechers "Snow Dragon" die 52 Passagiere, die seit Weihnachten mit der "Shokalskiy" im Eis festsitzen, abholt. Die 22-köpfige Crew sollte an Bord bleiben. Wie die Amsa am Morgen über ihren Twitter-Account mitteilte, sollen die Wissenschaftler und Touristen direkt zur "Aurora Australis" geflogen werden. Der australische Eisbrecher will die Passagiere an Bord nehmen.

Näh- und Salsakurse im ewigen Eis

Die Wissenschaftler und Touristen stammen aus Australien, Neuseeland und Großbritannien. Sie sind auf den Spuren eines Polarforschers unterwegs, der die Region vor 100 Jahren besuchte. Die "Shokalskiy" war schon auf dem Rückweg, als das Packeis das Schiff 2800 Kilometer südlich von Hobart in Australien und rund 185 Kilometer entfernt von dem französischen Antarktis-Stützpunkt Dumont d'Urville einschloss. Die Expedition sollte eigentlich am 6. Januar wieder in Neuseeland anlegen.

Crew, Forscher und Touristen ließen sich ihre Stimmung aber nicht verderben. Manche vertrieben sich die Zeit mit Gesangseinlagen oder Näh- und Salsakursen. In ihrem Videotagebuch hatte Passagierin Janet Rice berichtet, wie sie die freie Zeit an Bord genießt - sich aber auch darauf freut, bald nach Hause zu kommen.

bim/che/Reuters/AP/AFP/dpa



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themistokles 02.01.2014
1.
Na dann rufen Sie das nächste Mal, wenn sie am Berg verunglücken nicht die Bergwacht. Oder bei einem Unfall den Krankenwagen. Oder beim...Oh wait. Dafür müssten Sie mal vor die Tür gehen... Manche Leute hier...
fred_krug 02.01.2014
2. Schon komisch
Ständig gibt es Horrormeldungen, dass die Arktis schrumpft. Und ausgerechnet jetzt bleibt ein Schiff im Eis stecken, sodass nicht mal Eisbrecher das Schiff retten können ... 0:1 Klimakatastrophe gegen Mindermeinungen
wulff.baer 02.01.2014
3. Verschwendung von Steuergeldern
Man wundert sich immer wieder, wie unter dem Vorwand, wissenschaftliche Erkenntnisse zu erhalten, Abenteuer-Urlaube von "Wissenschaftlern" weltweit veranstaltet werden.
Ursprung 02.01.2014
4. Wissenschaften in der Antarktis
Zitat von wulff.baerMan wundert sich immer wieder, wie unter dem Vorwand, wissenschaftliche Erkenntnisse zu erhalten, Abenteuer-Urlaube von "Wissenschaftlern" weltweit veranstaltet werden.
Neee, kein Wunder, nur Chuzpe: die Antarktis Konvention (Vertrag der Antarktis-Staaten ueber Nutzung der Gegend) erlaubt nur allerminimalsten Touristenbetrieb dort und das unter sehr restriktiven Auflagen. Wissenschaftliche Expeditionen dagegen sind sehr wohl zugelassen, mit weniger Auflagen. Also vergeben die Antarktisstaaten Besuchspermits ohne Ende (gegen Gebuehren) fuer viele "wissenschaftliche Expeditionen", die Russen und Englaender sind in der Auslegung der Permithandhabung die fuehrenden Nationen...
frankori 02.01.2014
5. China als Retter in der Not 2014?
Ist das vielleicht schon der Trend für 2014? China kommt als guter Drache herbeigeflogen, um die Menschen zu retten? Ich bin gespannt... http://interculturecapital.de/china-2014-wirtschaftswachstum-und-durchschnittseinkommen
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