Francis Drake auf der Spur Archäologen entdecken versenkte Piratenschiffe

Auf der Suche nach dem Grab des berühmten Freibeuters Sir Francis Drake sind Forscher vor Panama auf Wrackteile gestoßen: Sie könnten von Drakes letzten Schiffen stammen. Die Archäologen hoffen, als nächstes den Sarg des Piraten zu finden - der wurde vor gut 400 Jahren im Meer versenkt.

REUTERS/ Deeptrek IMDI

Hamburg - Mehr als vier Jahrhunderte nach dem Tod des legendären englischen Freibeuters haben US-Archäologen Hinweise auf die letzten Schiffe von Sir Francis Drake entdeckt. Vor der Küste Panamas fanden sie Wrackteile - ihrer Ansicht nach handelt es sich um Reste der "Elizabeth" und der "Delight". Der Rumpf zeigt Spuren einer Bleiverkleidung, wie sie damals an Schiffen angebracht wurde. Zudem gibt es Überreste von Tonwaren, die ebenfalls ins 16. Jahrhundert passen.

Drakes eigene Seeleute hatten die "Elizabeth" und die "Delight" angezündet und versenkt, bevor sie nach England zurückkehrten. Die entdeckten Wrackteile weisen typische Spuren auf, die sich mit dieser Geschichte decken würden. Es seien jedoch weitere Analysen nötig, um diese Theorie zu stärken, sagte der Unterwasserarchäologe James Sinclair, der die Forschungsmission leitet.

Das Hauptziel der vom US-Unternehmer Pat Croce finanzierten Expedition ist jedoch noch nicht erreicht: den Sarg des Piraten zu finden. Drake, der im Jahr 1596 mit Mitte 50 starb, wurde in einem Bleisarg beigesetzt, der im Meer versenkt wurde. Die Forscher hoffen nun, dass sich Drakes letzte Ruhestätte in der Nähe der Schiffswracks befindet. Die Expedition arbeitet mit neuesten Technologien, wie sie auch die Ölindustrie bei Unterwasser-Projekten nutzt.

Einmal dachte das Team bereits, es hätte Drakes Sarg entdeckt. Sie orteten ein Objekt, das die richtige Form hatte, die passende Länge und Breite. "Die Leute waren aufgeregt", erzählt der Forscher Jay Usher. "Aber als wir abgetaucht sind, war es im Prinzip nur ein Stück Beton. Es war herzzerreißend."

Francis Drake ist bis heute als Weltumsegler bekannt - und für die mehrtägige Seeschlacht gegen die spanische Armada im Jahr 1588. Einige Jahre zuvor hatte die englische Königin Elisabeth I. den Freibeuter zum Ritter geschlagen.

In den Gewässern vor Panama warten wahrscheinlich noch einige Wracks auf Entdeckung. Zwei Schiffe von Christopher Columbus sanken dort, ebenso wie mehrere Schiffe aus der Flotte des Piraten Henry Morgan.

wbr/Reuters



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