Frauen und Alkohol Bei Schnaps wird's gefährlich

Eine neue Studie erklärt, warum Frauen von Wein und Schnaps schneller betrunken werden als Männer. Schwacher Trost: Beim Biertrinken herrscht Gleichberechtigung.


Auf Bier reagieren Frauen genauso wie Männer
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Auf Bier reagieren Frauen genauso wie Männer

Dass Frauen weniger Alkohol vertragen, liegt zum Teil an bereits bekannten Faktoren: Zum einen ist das Körpergewicht oft geringer, zum anderen enthält der weibliche Körper prozentual mehr Fettgewebe - und damit weniger Wasser - als der männliche. Weil sich Alkohol in Fett schlechter löst als in Wasser, ist die Konzentration bei Frauen höher.

Wissenschaftler um Charles Lieber von der Mount Sinai School of Medicine in New York haben nun eine weitere Ursache entdeckt. Die Forscher verabreichten Versuchspersonen Alkohollösungen und untersuchten dabei die Aktivität von drei Komponenten der so genannten Alkohol-Dehydrogenase (ADH). Dieses Enzym baut im Magen einen Teil des Alkohols ab, der Rest gelangt in die Blutbahnen und damit auch ins Gehirn. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift "Alcoholism: Clinical & Experimental Research".

Bei Alkoholkonzentrationen von 10 und 40 Prozent - in etwa vergleichbar mit dem Alkoholgehalt von Wein und Schnaps - war bei Männern die Aktivität der so genannten chi-ADH deutlich höher als bei Frauen. Bei einer Lösung mit fünf Prozent Alkohol zeigte sich dagegen zwischen Männern und Frauen kein Unterschied. "Frauen reagieren auf Bier genauso wie Männer, aber nicht auf Wein oder Schnaps", folgert Lieber.

Allerdings sollten sich die Damen auch beim Bier zurückhalten, mahnen Lieber und seine Kollegen: Schon ein vergleichsweise mäßiger Alkoholkonsum könnte auf Dauer zu schwer wiegenden Gesundheitsschäden führen. Früheren Studien zufolge sei zum Beispiel die minimale Alkoholmenge, die Leberzirrhose verursachen kann, bei Männern zwei- bis dreimal so hoch wie bei Frauen.



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