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15. November 2001, 12:34 Uhr

Frivole Fresken

Römisches Rotlicht-Bad öffnet die Türen

Eindeutige Einblicke in das römische Liebesleben gewährt ein lustfreundliches Badehaus in Pompeji. Frisch restauriert sollen die freizügigen Fresken nun auch die Öffentlichkeit erfreuen.

Was der römische Sexual-Aufklärer Ovid in ebenso elegante wie eindeutige Verse fasste, lässt sich in Pompeji bald auch in bildlicher Darstellung bewundern. Sexuelle Szenen in allen Variationen zeigen die Fresken eines antiken Badehauses, das nach jahrelangen Restaurierungsarbeiten ab Dezember der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden soll. Bislang durften lediglich Mitglieder des Ausgrabungsteams diesen Teil der 79 nach Christus von einem Vesuv-Ausbruch zerstörten Stadt betreten, berichtete die italienische Tageszeitung "Corriere della Sera".

Römisches Kamasutra: Die Badegäste hatten offenbar eine Vorliebe für komplizierte Stellungen Eindeutige Einblicke: Um Details waren die Freskenmaler nicht verlegen
Auch der Himmel schaut zu: Restauriertes Mosaik im römischen Badehaus Antike Liebeskunst: Der römische Sexual-Aufklärer Ovid hätte seine Freude gehabt


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Den Touristen werden die Räumlichkeiten mit den frivolen Fresken zwar als "Rotlicht-Heilbad" angepriesen. Ob die Therme, in der alle Räume von Männern und Frauen gemeinsam benutzt wurden, tatsächlich ein Bordell war, konnten die Experten bislang jedoch nicht einwandfrei klären. Prostituierte im heutigen Sinne habe es offenbar nicht gegeben, sagte die Archäologin Luciana Jacobelli der Zeitung. "Es fehlen geeignete Räumlichkeiten, in die sich die Liebesdienerinnen mit Kunden hätten zurückziehen können", erklärte sie zur Begründung.

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