Japans havarierter Atommeiler Regierung ordnet Stilllegung von AKW Fukushima an

Auch die letzten beiden Reaktorblöcke am Atomkraftwerk Fukushima sollen endgültig abgeschaltet werden. Das hat die japanische Regierung jetzt offiziell verfügt. An der AKW-Ruine sorgen verstrahlte Wassermassen weiter für massive Probleme.
Bislang verschont: Die Atomreaktoren Nummer 5 und 6 auf dem Gelände des havarierten AKW Fukushima

Bislang verschont: Die Atomreaktoren Nummer 5 und 6 auf dem Gelände des havarierten AKW Fukushima

Foto: Kimimasa Mayama/ AP

Die japanische Regierung hat die Stilllegung der letzten beiden Reaktorblöcke am Atomkraftwerk Fukushima angeordnet. Dies meldete die Nachrichtenagentur Jiji am Donnerstag unter Berufung auf Ministerpräsident Shinzo Abe.

Die Atomanlage Fukushima I (Daiichi) besteht aus sechs Reaktoren. Vier davon wurden bei der Katastrophe im März 2011 zerstört. Nun sollen die beiden verbliebenen Reaktoren endgültig stillgelegt werden. Die Reaktorblöcke Nummer 5 und 6 liegen etwas weiter nördlich und wurden infolge des Erdbebens und Tsunamis im März 2011 am wenigsten beschädigt.

Massive Probleme mit verstrahltem Wasser

Unterdessen werden immer neue Probleme mit der AKW-Ruine bekannt, vor allem mit radioaktiv verseuchtem Wasser. Am Dienstag gab der Kraftwerksbetreiber Tepco bekannt, rund 1130 Tonnen schwach kontaminiertes Regenwasser ins Meer abgelassen zu haben. Zuvor hatte ein Taifun Teile der Atomanlage unter Wasser gesetzt und die Pegel in den Reservoirs "rapide" ansteigen lassen.

In mehr als tausend Reservoirs an verschiedenen Stellen des Komplexes lagern noch Hunderttausende Tonnen Wasser, das teils zur Kühlung der Reaktoren benutzt worden war, in denen es wegen der Naturkatastrophen zur Kernschmelze kam. Tepco hat bislang noch kein tragfähiges Konzept für den Umgang mit dem radioaktiv verseuchten Wasser vorgelegt.

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Fukushima: Strahlende Wassermassen

Foto: AP/ Kyodo News

Nach der anhaltenden Pannenserie in der AKW-Ruine hatte Japans Regierung kürzlich einen Notfallplan zur Eindämmung der Lecks beschlossen: 47 Milliarden Yen (360 Millionen Euro) sollen unter anderem in den Bau eines unterirdischen Eisrings fließen. Diese sogenannte Bodenvereisung soll das radioaktiv kontaminierte Areal abdichten. Ob diese Technik auch Erfolg haben kann, ist jedoch umstritten.

che/chs/Reuters