Fundamental Physics Prize Neue Auszeichnung macht Physiker zu Millionären

Der Nobelpreis ist dagegen geradezu ärmlich dotiert: Neun Physiker haben eine neu geschaffene Auszeichnung gewonnen - und drei Millionen Dollar pro Kopf erhalten. Hinter dem Preis steckt ein russischer Investor, der sein Physikstudium abgebrochen hat.

Juri Milner: 27 Millionen Dollar Preisgelder an Forscher vergeben
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Juri Milner: 27 Millionen Dollar Preisgelder an Forscher vergeben


New York - Neun Physiker in den USA, Frankreich und Indien sind durch eine neue Auszeichnung über Nacht zu Millionären geworden. Sie haben den Fundamental Physics Prize gewonnen. Er wird von einer gleichnamigen Stiftung vergeben und ist mit insgesamt 27 Millionen Dollar dotiert: Jeder der neun Forscher bekommt jeweils drei Millionen Dollar (2,4 Millionen Euro), heißt es auf der Internetseite der Stiftung.

Die Auszeichnung soll demnach an Physiker gehen, denen ein wissenschaftlicher Durchbruch gelungen ist oder die es geschafft haben, ein Forschungsgebiet in eine neue Richtung zu öffnen. Im Gegensatz zum Nobelpreis müssen die Theorien noch nicht belegt sein, um ausgezeichnet zu werden. Die Stiftung hat sich zusätzlich das Ziel gesetzt, der Öffentlichkeit die Faszination der Grundlagenforschung vermitteln.

Der russische Investor Juri Milner hat die "Fundamental Physics Prize"-Stiftung ins Leben gerufen. Er hatte in den achtziger Jahren selbst Physik studiert, die Ausbildung aber abgebrochen und Milliarden mit Anlagen in Internetfirmen verdient. Milners Preis ist laut "New York Times" die derzeit höchstdotierte akademische Auszeichnung der Welt. Ihr folgt der Templeton-Preis mit umgerechnet 1,4 Millionen Euro. Die ausgeschüttete Summe beim Nobelpreis für Physik ist in diesem Jahr von umgerechnet 1,3 auf 1,1 Millionen Euro gesenkt worden.

Preisträger wählen Gewinner für 2013 aus

Von dem Preis wurden unter anderem vier Physiker am Institute for Advanced Study in Princeton (US-Bundesstaat New Jersey) überrascht. Dort hatte vor Jahrzehnten auch Albert Einstein geforscht und gelehrt. Die von Milner selbst ausgesuchten Preisträger sind Nima Arkani-Hamed, Juan Maldacena, Nathan Seiberg und Edward Witten.

Die weiteren Gewinner sind Andrei Linde von der Stanford University bei San Francisco, Alexei Kitaev vom California Institute of Technology, Alan Guth vom Massachusetts Institute of Technology, Maxim Kontsevich vom Institute of Advanced Scientific Studies bei Paris und Ashoke Sen am Harish-Chandra-Forschungsinstitut in Indien. In der "New York Times" schilderte Alan Guth seine Überraschung. Sein Konto hätte ein Guthaben von 200 Dollar gehabt. "Plötzlich waren es 3.000.200 Dollar."

Die neun Physiker sind nun verpflichtet, die Preisträger für 2013 auszuwählen. Sie selbst forschen auf verschiedenen Gebieten wie etwa der Teilchenphysik und der Kosmologie. Neben dem Fundamental Physics Prize will die Stiftung einen weiteren Preis für Nachwuchsforscher vergeben - den mit 100.000 Dollar dotierten "New Horizons in Physics Prize".

wbr/dpa



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