Verwandte von Lonesome George Forscher finden vermeintlich ausgestorbene Riesenschildkröten

Sie galten eigentlich als ausgestorben: Wissenschaftler haben am größten Vulkan der Galapagosinseln Dutzende Riesenschildkröten entdeckt. Piraten hatten die Tiere vor der Ausrottung bewahrt.
Die neu entdeckten Schildkröten leben am Wolf-Vulkan

Die neu entdeckten Schildkröten leben am Wolf-Vulkan

Foto: Tui De Roy/ Galapagos National Park via AP

Als der hundertjährige Lonesome George im Jahr 2012 einem Herzleiden erlag, schien mit der Riesenschildkröte auch seine gesamte Art ausgestorben zu sein, die auf der Galapagosinsel Pinta vorkam. Forscher hatten noch versucht, die Art zu retten. Doch alle Paarungsversuche zwischen George und Weibchen verwandter Arten waren gescheitert.

Doch nun gibt es erneut Hoffnung für die Art. Forscher haben auf der Galapagosinsel Isabela ein Riesenschildkröten-Weibchen entdeckt, das in direkter Abstammungslinie zu George steht. Die Forscher fanden zudem auf der Insel Floreana weitere elf Männchen und 18 Weibchen einer Riesenschildkröten-Art, die ebenfalls als ausgestorben galt.

Welterbestätte Galapagos

Die Forscher hatten die Tiere entdeckt, als sie den Wolf-Vulkan untersuchten – den größten Vulkan der Inselgruppe. Die Riesenschildkröten stammen wahrscheinlich von Tieren ab, die Piraten und Walfänger von anderen Galapagosinseln verschleppt und dort ausgesetzt hatten. Mit der Zeit vermischten sich die ausgesetzten Unterarten der Riesenschildkröten. Deshalb tragen die nun entdeckten Tiere Genmaterial von ausgestorbenen und anderen Arten in sich. Schon bei vorherigen Expeditionen waren Riesenschildkröten entdeckt worden, die als ausgestorben galten.

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Galapagos-Riesenschildkröte: Der einbalsamierte "einsame George"

Foto: RODRIGO BUENDIA/ AFP

Die Galapagosinseln gehören zu Ecuador und liegen etwa tausend Kilometer vom Festland entfernt. Sie sind vulkanischen Ursprungs und beherbergen viele Tierarten, die nur dort vorkommen. Der britische Naturforscher Charles Darwin wurde durch seine Galapagos-Expedition zu seiner Evolutionstheorie inspiriert.

Auf den Inseln leben etwa 15 eng verwandte Arten von Riesenschildkröten, von denen jedoch vier als ausgestorben gelten. Heute kommen noch 20.000 bis 25.000 freilebende Riesenschildkröten auf den Vulkaninseln vor.

Im Jahr 1978 erklärte die Unesco die Inseln zur Welterbestätte. 97 Prozent ihrer Fläche sind Teil des Galapagos-Nationalparks. Die Inseln sind ein beliebtes Touristenziel, was den Artenschutz vor Ort zum Teil erschwert.

koe