Gemäldeuntersuchung Decke auf Knien der Mona Lisa entdeckt

Ihr rätselhaftes Lächeln gibt seit mehr als 500 Jahren Anlass zu Spekulationen. Und womöglich hat die Mona Lisa noch viel mehr zu verbergen: Ein französischer Forscher will in Leonardo da Vincis Gemälde mit hochauflösenden Scans neue Details entdeckt haben.


Allein über ihr Lächeln wurden schon Dutzende Aufsätze verfasst. Da Vincis Meisterwerk fasziniert Forscher und Kunstliebhaber gleichermaßen, diverse Theorien kursieren, warum die italienische Frau Betrachter des Bildes auf so besondere Weise in ihren Bann zieht. Sie sei gerade Mutter geworden, sagen die einen, Grund sei die besondere Maltechnik, die anderen.

Der französische Forscher Pascal Cotte vermeldet nun, das Gemälde habe 24 Geheimnisse offenbart, nachdem er hochauflösende Scans des Bildes untersucht habe. Die Mona Lisa hatte nach Cottes Angaben ursprünglich klar sichtbare Augenbrauen und Wimpern, ein "deutlicheres Lächeln" und eine Decke auf den Knien. Cotte wies ausdrücklich darauf hin, dass einige der von ihm enthüllten Details schon länger in der Wissenschaft diskutiert worden waren. Allerdings hätten meist die Beweise dafür gefehlt.

Die Decke auf den Knien der porträtierten Frau bezeichnete der Forscher als seine eigene Entdeckung. Auf das Tuch weise schon die abgewinkelte Haltung des Handgelenks hin, sagte er. Scans der Pigmente hätten dies bestätigt.

Cotte hatte das Bild vor drei Jahren nach einer Ausstellung in San Francisco untersucht. Damals hatte er Bilder mit einer Auflösung von 240 Millionen Pixel gemacht, bei denen die Kamera drei Tiefenebenen der Malschicht aufnahm - jeweils in 13 verschiedenen Wellenlängenbereichen vom UV- bis zu zum Infrarot-Licht.

Bei den Wimpern und Augenbrauen seien die Pigmente möglicherweise durch das Altern des Ölbildes verblasst, sagte Cotte. Auf seinen Scans sei aber "die Spur der unteren Wimpern" zu erkennen. Auf aktuellen Reproduktionen des Gemäldes erscheint es so, als habe Mona Lisa weder Wimpern noch Augenbrauen.

Cottes Firma Lumière Technology arbeitet inzwischen an einem weiteren Da-Vinci-Gemälde, der Dame mit Hermelin, das in Krakau ausgestellt ist. Die Ergebnisse sollen am 12. November veröffentlicht werden.

hda/AFP



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