Gentechnik "Dolly"-Schöpfer darf menschliche Embryos klonen

Der Schöpfer des Klonschafs "Dolly" darf jetzt auch menschliche Embryos zu Forschungszwecken klonen. Die zuständige britische Aufsichtsbehörde erteilte dem Team um Ian Wilmut die entsprechende Erlaubnis.

London - Es ist erst das zweite Mal, dass die britischen Behörden das Klonen menschlicher Embryos zu Forschungszwecken gestatten. 2001 hatte Großbritannien die Prozedur als weltweit erster Staat legalisiert und im August 2004 erstmals Forschern der University of Newcastle upon Tyne eine Erlaubnis erteilt.

Jetzt hat die zuständige Behörde für Menschliche Fortpflanzung und Embryologie (Human Fertilization and Embryology Authority) zum zweiten Mal das Klonen menschlicher Embryos genehmigt. Die Profiteure sind keine Unbekannten: Ian Wilmut und sein Team gelangten 1996 zu Weltruhm, als sie das weltweit erste lebensfähige Säugetier klonten. Das Schaf "Dolly" ist im Februar 2003 im Alter von sechs Jahren gestorben.

Beim therapeutischen Klonen wird einer menschlichen Eizelle der Kern entnommen und durch den Kern der Körperzelle eines Patienten ersetzt. Das Ei wird künstlich stimuliert, sich zu einem Embryo weiter zu entwickeln. Die Forscher wollen dann Stammzellen entnehmen, die die Fähigkeit besitzen, sich in jeden Zelltyp des menschlichen Körpers zu verwandeln.

Wilmut vom Roslin Institute bei Edinburgh und Christopher Snow vom Institute of Psychiatry in London wollen Zellen von Patienten mit der Nervenkrankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) klonen, unter der beispielsweise der britische Physiker Stephen Hawking leidet. An den aus diesen Zellen hergestellten Embryos will Wilmut erforschen, wie sich die Krankheit entwickelt.

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