Geowissenschaften Theorie zur Entstehung von Hawaii erstmals wissenschaftlich nachgewiesen

Über die Hypothese, wonach Hawaii vulkanischen Ursprungs ist und von tief unter der Insel Blasen heißen Gesteins an die Erdoberfläche steigen, bestand wissenschaftliche Einhelligkeit. Der faktische Beweis dafür stand allerdings noch aus. Forscher aus Deutschland und Großbritannien konnten die Vermutung nun mit Hilfe von Erdbebendaten belegen.

Die Wissenschaftler vom GeoForschungsZentrum Potsdam  und der Universität Cambridge hatten Erdbebendaten ausgewertet, die von einem Netz von Messstationen auf Hawaii registriert wurden. Dabei hatten sie die Ausbreitung der Erdbebenwellen analysiert und so das Aufsteigen von Blasen heißen Gesteins, so genannten "Plumes" nachgewiesen. Die Ergebnisse der Forschergruppe wurden im Magazin "Nature"   veröffentlicht.

Die Plumes entstehen demnach in 2900 Kilometer Tiefe und wandern in einem Schlot im Erdmantel mit wechselnder Geschwindigkeit zur Oberfläche. Dort gelangen Sie in Vulkanen ans Tageslicht und lassen die Insel auf diese Weise weiter wachsen. Die wandernden Blasen sind nach den Erkenntnissen der Forschergruppe deutlich heißer als der Erdmantel in ihrer Umgebung. Die Durchschnittstemperatur der Plumes liegt bis zu 300 Grad Celsius über der des umgebenden Erdmantels. Sie sind damit nach Angaben der Forscher die heißesten Blasen dieser Art weltweit. Heiße Blasen, die im Erdmantel unter Island gebildet werden, sind rund 100 Grad kälter als die hawaiianischen.

Der Vulkan, dessen Spitze die Insel Hawaii bildet hat beeindruckende Ausmaße: Zu den etwa 7000 Metern unter Wasser kommen noch bis zu 4000 Meter über Wasser hinzu. Der höchste Berg der Insel, der Vulkan Mauna Loa ist 4169 Meter hoch.

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