Germanen gegen Römer Wissenschaftler präsentieren Überreste einer brutalen Schlacht

Pfeilspitzen, Äxte, Münzen: In einem Waldstück bei Kalefeld im niedersächsischen Landkreis Northeim haben Archäologen zahlreiche Überreste der Schlacht zwischen Germanen und Römern im dritten Jahrhundert nach Christus entdeckt. Nun präsentierten die Forscher ihre sensationellen Fundstücke.


Experten sprachen von einem " Jahrhundertfund", jetzt haben die Archäologen ihn präsentiert: 600 Fundstücke, in der Mehrzahl Waffen, gefunden auf einem etwa 1,5 mal 0,5 Kilometer großen Areal im niedersächsischen Landkreis Northeim. Unter anderem seien Speerspitzen mit DNA-Anhaftungen und Pfeile aus Hölzern entdeckt worden, die aus Afrika stammen. Am Höhenzug Harzhorn bei Kalefeld hätten sich Römer und Germanen im 3. Jahrhundert nach Christus eine harte bewaffnete Auseinandersetzung geliefert, sagte die Northeimer Kreisarchäologin Petra Lönne. Auf Seiten der Römer könnten nach bisherigen Schätzungen etwa 1000 Legionäre an den Kämpfen beteiligt gewesen sein, die rund 200 Jahre nach der vernichtenden Niederlage in der Varusschlacht stattfanden.

Bislang gingen Historiker davon aus, dass sich die Römer nach der Niederlage in der Schlacht am Teutoburger Wald weit zurückzogen. Die Ausgrabung belege, dass sie auch noch zwei Jahrhunderte später mitten im Germanengebiet groß angelegte Militäroperationen durchgeführt haben.

Die Funde seien großenteils so gut erhalten, dass Teilereignisse des Kampfgeschehens wie etwa der Einschlag von Pfeilsalven nachvollzogen werden könnten, berichteten Wissenschaftler. Kein anderes antikes Schlachtfeld, das Archäologen bisher entdecken konnten, habe so eindrucksvolle Hinterlassenschaften erbitterter Kämpfe geliefert.

In den vergangenen Jahren waren im Nachbarkreis Göttingen bereits ein großes Versorgungslager des römischen Heeres sowie mehrere Nebenlager entdeckt worden. Dort wurden ebenfalls zahlreiche Waffen sowie Münzen und Gebrauchsgegenstände gefunden.

lub/ddp



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