Geschlechter Der Computer sieht den kleinen Unterschied

Mit übermenschlicher Sicherheit soll eine neue Software männliche und weibliche Gesichter unterscheiden. In Einkaufscentern könnte das System helfen, Kunden zielgenau in Mode- oder Heimwerkerläden zu lotsen.


Biometrie-System: Zielgenaue Geschlechtererkennung
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Biometrie-System: Zielgenaue Geschlechtererkennung

Computer spielen offenbar nicht nur besser Schach als der Mensch. Sie können nun sogar Männlein und Weiblein zuverlässiger auseinander halten. Das behauptet zumindest Rajeev Sharma, Associate Professor an der Penn State University im US-Bundesstaat Pennsylvania. Anhand von 1755 Fotos "trainierte" er ein Mustererkennungsprogramm, das bislang dazu gedient hatte, Zellwucherungen von gesunden Körperzellen zu unterscheiden.

Um zwischen Mann und Frau zu unterscheiden, vermisst die Software die Proportion und Lage von Augen, Nase und Mund und lässt dabei Haare, Bart und Kleidung unberücksichtigt. Als eines der ersten Programme weltweit analysiert es zusätzlich die Stimmfrequenz, wozu eine Aufnahme vom Bruchteil einer Sekunde ausreicht.

Angeblich liegt die Treffergenauigkeit der Geschlechter-Erkennungssoftware bei fast 100 Prozent ­ während menschliche Probanden nur auf rund 90 Prozent kommen. Sharma will das System über seine Firma Advanced Interface Technologies vermarkten. Betreiber von Einkaufscentern könnten es an automatischen Auskunftspunkten nutzen, um die Kunden zielgenau nach ihrem Geschlecht in die entsprechenden Läden zu leiten.



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