Gesundheit Etwas Hausstaub ist gut für Babys

Eine zu saubere Umgebung kann gesundheitsschädlich für Kleinkinder sein. Nach einer Studie US-amerikanischer Wissenschaftler helfen Bakterien im Hausstaub, die Babys später vor Allergien und Asthma zu schützen.

London - Nach den im Fachmagazin "The Lancet " veröffentlichten Ergebnissen des Teams vom National Jewish Medical and Research Centre in Denver regen Nebenprodukten von Bakterien den Körper bereits frühzeitig dazu an, Abwehrstoffe zu bilden.

Grund dafür sind die in der Zellmembran von Bakterien enthaltenen Endotoxine, die nach Absterben der Bakterien freigesetzt werden und sich im Hausstaub befinden. Die Endotoxine bewirken bei Babys die Bildung von weißen Blutkörperchen, die den Botenstoff Interferon Gamma produzieren. Diese Substanz hemmt Krankheiten, darunter auch Allergien und Asthma.

Die Wissenschaftler hatten 61 Babys im Alter zwischen 9 und 24 Monaten mit Haut- und Atemtests auf verschiedene Allergien untersucht. Zehn Kinder waren dabei mindestens gegen eine der getesteten Substanzen, darunter Tierhaare und Eier, allergisch. In ihren Wohnungen fanden die Forscher deutlich weniger Hausstaub als bei den Babys, die keine nachweisbaren Allergien hatten.

Der Leiter der Forschergruppe, Andrew Liu, sagte, die Erkenntnisse erklärten möglicherweise, warum Kinder die in ländlicher Umgebung, etwa auf einem Bauernhof aufwachsen, ein geringeres Allergie- und Asthmarisiko haben als Stadtkinder. So könne man auch Anhaltspunkte erhalten, wie man die Suche nach einer Asthmavorbeugung verbessern könnte. Wenn ein Kind oder ein Erwachsener jedoch bereits unter Asthma oder Allergien leide, so Liu, können Endotoxine im Haushalt die Krankheiten noch verschlimmern.

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