Great Barrier Reef Kein Klima für Korallen

Blasse Korallen statt bunter Farben: Gestiegene Temperaturen und eine verstärkte UV-Strahlung könnten dem weltgrößten Riff den Todesstoß versetzen.


Das farbenfrohe Great Barrier Reef ist, so Wissenschaftler, stark gefährdet
AP

Das farbenfrohe Great Barrier Reef ist, so Wissenschaftler, stark gefährdet

Sydney/Bremerhaven - Das weltberühmte Great Barrier Reef in Australien ist als Folge der Klimaerwärmung in seiner Existenz bedroht: Die Korallen des Riffs könnten in 50 Jahren zerstört sein, wenn die Wassertemperaturen weiter anstiegen, sagte Ove Hoegh-Guldberg von der Universität von Queensland (Australien). "Nach allem, was wir heute wissen, würde dies letztlich zum Tod des Riffs führen", so der Forscher.

"Ich halte die These für durchaus wahrscheinlich", sagte der Meeresbiologe Ulf Riebesell vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven. Eine höhere Wassertemperatur verursache ein so genanntes "coral-bleaching", ein Bleichen der Korallen. Dabei stoßen die Korallen ihre lebensnotwendigen symbiontischen Algen aus und "erbleichen". Dies führt in den meisten Fällen zum Absterben der Korallen.

Das Great Barrier Reef an der Nordostküste Australiens ist das größte Korallenriff der Welt. Korallenriffe zählen zu den vielfältigsten und wertvollsten Ökosystemen der Erde. Nach Ansicht von Korallenexperten gelten jedoch schon heute zehn Prozent der Riffe als verloren. Als Ursachen werden neben der veränderten Wassertemperatur eine erhöhte Intensität der UV-Strahlung sowie Änderungen der Wasserchemie genannt.



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