Hepatitis Gelbsuchtgefahr in Griechenland

Wer die Olympiade in Athen besuchen will, sollte sich vorher unbedingt gegen Gelbsucht impfen lassen. Wegen mangelhafter Hygiene in Restaurants sind gefährliche Hepatitis-Viren in der griechischen Hauptstadt weit verbreitet, warnen Ärzte.


Impfpass: Immunisierung gegen Hepatitis dringend empfohlen
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Impfpass: Immunisierung gegen Hepatitis dringend empfohlen

Christian Schönfeld vom Berliner Institut für Tropenmedizin riet gegenüber der "Welt am Sonntag" Griechenland-Urlaubern: "Olympia-Reisende sollten sich deshalb unbedingt vor ihrem Urlaub impfen lassen." Dem Bericht zufolge hat erst kürzlich die staatliche Lebensmittel-Gesundheitsbehörde Griechenlands in 703 von 1.710 Restaurants und Imbissen Athens mangelhafte hygienische Bedingungen festgestellt.

Infektionen mit Hepatitis A, der so genannten Reisegelbsucht, seien häufig Folge verunreinigter Nahrungsmittel, warnte Schönfeld. Das Virus sei äußerst resistent und könne auch in unzureichend gekochten Speisen infektiös bleiben. Die Symptome von Hepatitis A kommen zunächst wie ein grippaler Infekt daher. Bei Kindern verläuft die Krankheit häufig unbemerkt oder sehr leicht. Erwachsene leiden im akuten Stadium besonders an andauernden Kreislaufproblemen, Schwäche, Übelkeit, Durchfall oder auch psychischen Störungen. Die Krankheit ist zu Beginn immer ansteckend und führt häufig zu monatelanger Arbeitsunfähigkeit.

Auch die weitaus gefährlichere Hepatitis B, die zu Leberzirrhose und Leberkrebs führen kann, soll in der griechischen Bevölkerung weitaus stärker verbreitet sein als in Deutschland. Nach einer Studie der Universität Patras gibt es in Griechenland etwa 250.000 chronische Virusträger, die den Erreger durch Blut und Körperflüssigkeiten übertragen können. Diese Quote sei vier Mal höher als in Deutschland. In Deutschland sterben jährlich etwa 1.500 Menschen an einer Hepatitis-B-Infektion. Hepatitis B wird über Blut oder andere Körperflüssigkeiten übertragen - Kondome schützen vor einer Infektion.

Hepatitis ist kein rein griechisches Problem. Die leicht übertragbaren Hepatitis-A-Erreger sind auch in anderen Ländern Südeuropas verbreitet, etwa der Türkei. "Wir wünschen uns, dass Reisende auch durch die Reiseanbieter für eine Gesundheitsvorsorge sensibilisiert werden," sagte Gerd-Dieter Burchard, Chefarzt der Tropenklinik am Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg. "Die Hepatitis-A-Impfung ist eine gute Vorsorge, die wir bei Türkeireisen grundsätzlich empfehlen", erklärte Burchard.



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