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Mexiko: Das nasse Grab des Jungen von Chan Hol

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Höhle in Yucatán Taucher bergen 10.000 Jahre altes Skelett

Zehn Jahrtausende hat der Junge von Chan Hol in seinem nassen Grab gelegen. Jetzt haben Forscher sein Skelett aus einer überfluteten Höhle in Mexiko geborgen - es ist eines der ältesten, die in Amerika gefunden wurden. Es zeigt, dass die Besiedlung des Kontinents wohl anders ablief als gedacht.

Die Höhlenwelt der mexikanischen Halbinsel Yucatán ist so finster wie faszinierend: Zahlreiche sogenannter Cenoten - schachtartige Einsturzlöcher in den Decken von Kalksteinhöhlen - führen in die Tiefe. Manche der Höhlen reichen hinab bis zum Grundwasserspiegel, oder sie füllen sich durch die Öffnung mit Regenwasser. Für die Ureinwohner der Gegend, etwa die Maya, waren die Cenoten nicht nur wegen des Mangels an Flüssen in Yucatán überlebenswichtig. Die Höhlen wurden auch als mythische Unterwelt verehrt - die Maya versenkten ihre Toten in den Wasserlöchern.

Jetzt haben mexikanische Forscher ein zehntausend Jahre altes menschliches Skelett aus einer Cenote geborgen. Wie die Nachrichtenagentur Notimex am Mittwoch berichtete, handelt es sich um eines der ältesten in ganz Amerika gefundenen Skelette. Der sogenannte Junge von Chan Hol ist nach Angaben der Forscher zu 60 Prozent erhalten. Die Entdeckung deute zusammen mit ähnlichen Funden darauf hin, dass Amerika zuerst von Asien her besiedelt worden sei.

Das Skelett lag jahrtausendelang in völliger Finsternis, mehrere hundert Meter tief in der Höhle. Es befand sich rund acht Meter unter Wasser. Wahrscheinlich sei der junge Mann, dessen Überreste deutsche Taucher bereits 2006 entdeckt hatten, im späten Pleistozän in der Höhle bestattet worden, vermuten die Forscher. Die Höhle sei damals allerdings nicht überflutet gewesen. Wissenschaftler hatten die Knochen drei Jahre lang studiert, ehe sie sich zu deren Bergung entschlossen.

mbe/dpa/Reuters
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