Hope-Diamant Rätsel des Unglücksbrillanten gelöst

Der Hope-Diamant ist einer der schönsten und teuersten Steine der Welt, außerdem einer der geheimnisvollsten. Jetzt konnten Wissenschaftler beweisen, dass der Brillant, wie schon seit längerem vermutet, aus dem französischen Kronschatz gestohlen und umgeschliffen wurde.

Seit 1958 ruht der Hope-Diamant im Juwelensaal des Smithsonian National Museum of Natural History in Washington. Doch sein Weg dorthin war lang, gewunden und von Unglücksfällen begleitet. Der größte blaue Diamant der Welt tauchte erstmals 1812 in London auf, und schon damals wurde vermutet, dass man den 45.52 Karat schweren Stein einst aus dem 69 Karat wiegenden French Blue geschnitten hatte, der in den Wirren der französischen Revolution verschwunden war.

Das Rätsel um die Herkunft des Prunkstücks konnte Jeffrey Post, Juwelen-Kurator des Museums, jetzt klären. Zusammen mit dem Diamantenschleifer Steven Attaway rekonstruierte er den verschwundenen French Blue im Computer. Dabei stützten sich die beiden auf Zeichnungen des Steins und Untersuchungsakten, die Naturkundler im Jahr 1700 angelegt hatten. "Deren Analyse und Untersuchung von Steinen, die heute noch existieren, erwiesen sich als sehr genau", sagte Post. Deshalb ist er überzeugt, dass auch die alten Daten zum French Blue verlässlich seien.

Der Hope-Diamant passt genau in den French Blue

Nachdem der French Blue im Computer wieder auferstanden war, vermaßen die Experten auch den Hope-Diamanten und konnten die beiden Steine vergleichen. Tatsächlich stimmten Hope und French Blue erstaunlich gut überein. "Wenn man sieht, wie der kleinere Stein in den großen passt, versteht man sofort, warum der Hope in die Form geschliffen wurde, die er heute hat", sagte Post. "Sie haben die Ecken des French Blue abgeschnitten, die Winkel an den unteren Facetten ein wenig verändert und heraus kam der Hope-Diamant." Einige Facetten seien noch heute so wie beim French Blue.

Nach diesen Erkenntnissen kann die Geschichte des Steins genau rekonstruiert werden. Der Diebstahl der Kronjuwelen ist nicht das einzige Verbrechen in dieser Historie. Der French Blue/Hope-Diamant ist einer der legendärsten Unglücksbrillanten. Gefunden wurde der Stein in den Golconda-Minen in Indien. Damals war er noch 112 Karat schwer, angeblich schmückte er für einige Zeit eine Götter-Statue. Der erste europäische Besitzer war der Abenteuerer Jean-Baptiste Tavernier. Er verkaufte ihn an König Ludwig XIV., der daraus den French Blue schleifen ließ. Tavernier wurde wenig später in Indien getötet.

Enthauptung, Revolution, ein Ticket für die "Titanic"

Marie Antoinette, die den Stein häufig trug, starb auf dem Schafott. In den Revolutionswirren von 1792 wurde der französische Kronschatz geplündert und der French Blue verschwand. 1812 dann tauchte der Hope-Diamant in London auf. Die Gerüchte um seine Herkunft begannen und die Liste der Unglücksfälle setzte sich fort.

Zu den eher glücklichen Besitzern gehörten der englische König George IV. und der Bankier Henry Philip Hope, von dem das Juwel seinen neuen Namen hat. 1901 kaufte der russische Fürst Kanitowski den Stein und schenkte ihn seiner Geliebten. Kurz darauf erschoss er sie allerdings wegen Untreue und auch er selbst wurde wenig später ermordet.

1908 erwarb der türkische Sultan Abdul Hamid II. den Brillanten und schenkte ihn seiner Frau. Im selben Jahr brach in der Türkei die Revolution aus, des Sultans Frau wurde ermordet, er selbst ins Exil getrieben. Etwa genauso viel Glück hatte der Amerikaner McLean, er kaufte den Stein 1911 und wenig später auch ein Ticket für die "Titanic". Doch der Stein war, anders als McLean, nicht an Bord. So konnte er später auch kurzzeitig in den Besitz von Aristoteles Onassis gelangen und 1958 spendete der Juwelenhändler Harry Winston ihn dem Museum in Washington.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.