Indonesien Tsunami offenbart verlorenes Schiffswrack

Ein verheerender Tsunami vor Indonesien hat ein vor Jahrhunderten gesunkenes Schiff ins Blickfeld der Öffentlichkeit zurück gebracht. An Bord fanden sich Keramikgegenstände, die aus China stammen könnten. Eine Expedition soll nun weitere Schätze bergen.

Indonesische Insel Pagai (Oktober 2010): Tsunami bewegte offenbar Schiffswrack
AP

Indonesische Insel Pagai (Oktober 2010): Tsunami bewegte offenbar Schiffswrack


Jakarta - Es war eine tödliche Welle: Vor knapp zwei Monaten verwüstete ein Tsunami die indonesische Inselgruppe Mentawai südwestlich von Sumatra. Rund 500 Menschen starben damals. Wie sich nun herausstellt, hat die Wucht des Wassers damals wohl auch ein Schiff zum Teil freigelegt. Es lag offenbar seit Jahrhunderten unbeachtet am Meeresgrund - und wurde nun wieder entdeckt.

Fischer sichteten die Masten des Schiffes rund sechs Kilometer vor dem Strand der Insel Pagai. Sie tauchten am Fundort, um zumindest Teile der Ladung an die Wasseroberfläche zu holen. An Bord des sieben Meter langen Bootes fanden sich Gefäße aus grauer und grüner Keramik. Nach Angaben der Fischer gab es auch weitere Gegenstände, die aber noch nicht geborgen werden konnten.

Nach Angaben der indonesischen Behörden ähneln die Funde den Artefakten, die in der Region in den Wracks chinesischer Schiffe aus dem 14. Jahrhundert gefunden wurden. Die Stücke sollen nun näher untersucht werden, um Aufschluss über ihre Herkunft und Alter zu erhalten. Eine Expedition soll außerdem die Suche mit professionellem Equipment fortsetzen.

Vor den Inseln Indonesiens vermuten Unterwasserarchäologen hunderte versunkene Holzschiffe. Das Gebiet lag an wichtigen Handelsrouten zwischen Europa, dem Mittleren Osten und Asien.

chs/dapd



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