Infizierter Bussard Vogelgrippe nun auch in Berlin

In Berlin wurde bei einem toten Mäusebussard das H5N1-Virus nachgewiesen. Damit hat die Vogelgrippe fünf Wochen nach ihrem ersten Auftreten in Deutschland bereits sieben Bundesländer erreicht.


Berlin - Nach Angaben der Senatsverwaltung wurde der Anfang der Woche im Stadtteil Biesdorf im Bezirk Marzahn-Hellersdorf tot aufgefundene Mäusebussard positiv auf den gefährlichen Erreger getestet. An welcher Variante des Influenza-Virus er gestorben ist, wird derzeit noch vom Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf der Insel Riems untersucht, teilte eine Sprecherin am Freitag weiter mit. Das Ergebnis werde erst in etwa zehn Tagen erwartet, hieß es.

"Geflügelpest"-Schild in Berlin- Marzahn: H5N1 erreicht die Hauptstadt
DPA

"Geflügelpest"-Schild in Berlin- Marzahn: H5N1 erreicht die Hauptstadt

Damit ist das H5N1-Virus nun in sieben der 16 Bundesländer nachgewiesen. Zuvor war der Erreger auch in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Brandenburg, Baden-Württemberg und Bayern aufgetreten. Insgesamt erhöhte sich nach Angaben des Bundesforschungsinstituts für Tiergesundheit (FLI) die Zahl der nachgewiesenen H5N1-Infektionen bei Tieren auf insgesamt 233. Neben Wildvögeln wurde der Erreger bisher auch bei drei Hauskatzen und einem Steinmarder festgestellt. Die ersten H5N1-Fälle waren am 15. Februar bei verendeten Schwänen auf der Insel Rügen diagnostiziert worden.

Im Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf richteten Behörden eine Drei-Kilometer-Sperrzone sowie eine zehn Kilometer breite Beobachtungszone um den Fundort des positiv getesteten Mäusebussards ein. Im Sperrbezirk und Beobachtungsgebiet dürfen Geflügel, Vögel anderer Arten und deren Erzeugnisse ohne Genehmigung der Veterinärbehörden nicht aus den Beständen entfernt werden. Katzen sind in diesem Gebiet einzusperren, Hunde müssen an der Leine geführt werden.

Impfstoff wird entwickelt

Die Vorbereitungen für einen Impfstoff gegen Vogelgrippe sind nach Ansicht von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) auf gutem Weg. Es werde alles getan, um nach dem möglichen Auftreten eines Pandemie-Virus "in absehbarer Zeit" einen Impfstoff zu entwickeln, sagte die SPD-Politikerin bei einem Besuch des Herstellers GlaxoSmithKline in Dresden.

Den eigentlich wirksamen, auf das Pandemie-Virus zugeschnittenen Impfstoff kann man aber erst entwickeln, sobald das Virus genau bekannt ist. Die Entwicklung dauert nach Angaben der Firma mindestens sechs Monate. Die Produktion von 80 Millionen Dosen Impfstoff für die deutsche Bevölkerung benötigt dann mindestens noch einmal sechs Wochen. Danach ist eine zweite Impfung nötig, also noch einmal 80 Millionen Dosen. Die Bundesregierung hat mit GlaxoSmithKline vereinbart, dass die Firma 80 Millionen Dosen herstellt, die Hälfte des Gesamtbedarfs. Dafür hat sie einen Forschungszuschuss von zehn Millionen Euro erhalten.

hda/ddp/AP



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