Fund aus der Bronzezeit Forscher entdecken 3400 Jahre alten Palast am Ostufer des Tigris

Im Irak haben Forscher einen 2000 Quadratmeter großen Palast mit seltenen Malereien aus der Bronzezeit entdeckt. Möglich wurde der Fund erst durch eine Dürre.

Palast am Ostufer des Tigris: "Wir haben so schnell gegraben, wie wir konnten."
Uni Tübingen/dpa

Palast am Ostufer des Tigris: "Wir haben so schnell gegraben, wie wir konnten."


Eine Trockenperiode im Irak hat einen rund 3400 Jahre alten Palast am Ostufer des Tigris zum Vorschein gebracht. Die seltenen Überreste aus alt-orientalischer Zeit tauchten im vergangenen Herbst aus dem Mossul-Stausee auf, als dessen Wasserspiegel extrem niedrig war, berichtete die Universität Tübingen am Donnerstag.

Der Palast soll aus der Zeit des Mittani-Reichs stammen, das vom 15. bis 14. Jahrhundert vor Christus weite Teile Nordmesopotamiens und Syriens umfasste und bereits gut erforscht ist. Die Wissenschaftler hoffen nun, dass Fundstücke aus dem Palast neue Informationen über Politik, Wirtschaft und Geschichte des Reichs liefern.

Die Archäologen hatten allerdings nur drei Wochen Zeit, um den Fund genauer zu untersuchen. Mittlerweile ist die Dürre vorbei und der Palast wieder komplett unter Wasser verschwunden. "Wir hatten nur ein sehr kurzes Zeitfenster", sagt die leitende Archäologin Ivana Puljiz von der Uni Tübingen. "Daher haben wir so schnell gegraben, wie wir konnten."

VIDEO: DROHNENAUFNAHME DES PALASTES

Das mindestens 2000 Quadratmeter große Gebäude besteht aus dicken Lehmziegel-Mauern, von denen einige mehr als zwei Meter hoch sind. Es seien auch Wandmalereien mit leuchtenden Rot- und Blautönen entdeckt worden, sagt Puljiz. Die gut erhaltenen Funde seien eine Seltenheit.

Alter Palast im Irak: Seltene Wandmalereien entdeckt
Uni Tübingen/dpa

Alter Palast im Irak: Seltene Wandmalereien entdeckt

Die Wissenschaftler entdeckten auch zehn Keilschriftentexte. Der Inhalt einer Tafel deute darauf hin, dass der Fundort, der heute Kemune genannt wird, sehr wahrscheinlich der alten Stadt Zachiku entspreche, erklärt Puljiz.

Die Fundregion gehört zu den kurdischen Autonomiegebieten im Norden des Iraks. Der zuständige kurdische Archäologe Hassan Ahmed Kasim erklärte, es handele sich um eine der bedeutendsten archäologischen Entdeckungen in der Region in den vergangenen Jahrzehnten. Ihm zufolge war Kemune bereits vor acht Jahren bei einem Niedrigwasserstand entdeckt worden. Den Palast haben die Forscher aber erst jetzt entdeckt.

jme/dpa



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