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02. November 2000, 13:17 Uhr

ISS

Die Lichter gehen an

Die internationale Raumstation ist bewohnt. Anderthalb Stunden nachdem die Sojus-Kapsel an die ISS angedockt hatte, betraten die Astronauten das russische Wohn- und Servicemodul "Swesda".

Die erste Crew der ISS hat die Station bezogen
AP

Die erste Crew der ISS hat die Station bezogen

Moskau - Der US-Astronaut Bill Shepherd und seine russischen Kollegen Jurij Gidzenko und Sergej Krikalew öffneten gegen 11:54 Uhr die Luke zwischen der Sojus-Kapsel und der Raumstation. Im russischen Kontrollzentrum der "Expedition 1" war schon bei dem erfolgreichen Andockmanöver um 10:21 Uhr Jubel ausgebrochen. "Hier haben sich alle geküsst", berichtete eine Mitarbeiterin der Flugleitzentrale.

Nach dem zweitägigen Flug zur ISS warten in rund 380 Kilometer Höhe allerhand Aufgaben auf die drei ersten Bewohner. Die Astronauten müssen zuerst das Licht im "Swesda-Modul" anschalten. Dann legen sie ihre Raumanzüge ab. Wichtigste Aufgabe sei es, den Andockstutzen auf mögliche undichte Stellen zu untersuchen, hieß es aus dem Kontrollzentrum.

Anschließend soll die Luke zwischen dem Wohn- und Servicemodul und dem russischen Kontrollmodul "Sarja" geöffnet werden. Dort werden die Kommunikationseinrichtungen und die Batterieladung überprüft sowie die Toilette aktiviert.

In rund 380 Kilometern Höhe fliegt die ISS über der Erde
AP

In rund 380 Kilometern Höhe fliegt die ISS über der Erde

Die erste ISS-Besatzung soll vier Monate im All bleiben, bevor die nächsten drei Astronauten sie im Februar ablösen. Bis mindestens zum Jahr 2005 werden Mannschaften an der internationalen Raumstation bauen, bevor das rund 200 Milliarden Mark teure Projekt seine endgültige Größe erreicht. Die ISS soll sieben Stockwerke hoch sein, 418 Tonnen wiegen und so viel Platz zum Leben haben wie eine Boeing 747. Verläuft alles planmäßig, wäre die ISS das hellste Objekt am Nachthimmel und der einzige künstliche Satellit, der mit bloßem Auge zu sehen ist. An dem Weltraum-Forschungslabor sind 16 Nationen beteiligt, darunter auch Deutschland.

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