ISS Jubeln, Jammern, Schlafen

Die Amerikaner jubeln über den gelungenen Start. Die Russen jammern über ihre eigene Rolle bei dem Kosmosprojekt. Die drei Kosmonauten legten erst einmal eine Schlafpause ein.




Die Internationale Raumstation ISS: Grund zur Freude und zur Klage
DPA

Die Internationale Raumstation ISS: Grund zur Freude und zur Klage

Washington/Moskau - Die Amerikaner sind von dem gelungenen Start der Sojuskapsel begeistert. Bisher verlaufe alles "sehr , sehr gut", sagte ein Sprecher der US-Raumfahrtbehörde Nasa am Mittwochmorgen. Daniel Goldin, Chef der Nasa legte euphorisch nach, "Wir werden für immer Menschen im Weltraum haben, erst im Orbit um die Erde, dann auf dem Mars, auch wieder auf dem Mond und in Stützpunkten auf den Asteroiden".

Indes lamentiert die russische Tageszeitung "Trud", dass ein Russe Leiter der Expedition hätte werden müssen, immerhin käme das Raumschiff, zwei Besatzungsmitglieder und die Methodik der medizinische Betreuung aus Rußland. "Argumente sind für die Amerikaner bedeutungslos wenn es ums nationale Prestige geht, sie haben darauf bestanden, dass ein NASA-Astronaut Kommandant der Besatzung wird", schimpft das Blatt.

Die Teilnahme der Russen an dem internationalen Raumfahrtprojekt hängt ohnehin an einem seidenen Faden. Wie die "Iswestija" berichtet, befände sich die russische Raumfahrt in einer kritischen Lage. "Das Elend ist so alt wie die Gicht und heißt Geldmangel" jammert der Autor und schreibt weiter, "deshalb könnte uns gleich nach dem Start die Luft ausgehen und wir müßten aus dem Projekt ausscheiden".

Weder der Jubel noch das Klagen hielt die Crew auf ihrem Weg zur Internationalen Raumstation ISS davon ab, am Dienstagnachmittag gemeinsam eine Schlafpause einzulegen. Spätestens am Donnerstag müssen der US-Kommandant William Shepred sowie seine russischen Kollegen Sergej Krikaljow und Juri Gidsenko ihr Schummerstündchen jedoch beenden, denn dann soll ihr Raumschiff planmäßig an die ISS andocken.



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