Japanisches AKW Mehr Radioaktivität freigesetzt als mitgeteilt

Aus dem Kernkraftwerk Kashiwazaki ist mehr Strahlung ausgetreten als zunächst gemeldet. Das teilte der Betreiber jetzt mit. Nach einem schweren Erdbeben waren vier der sieben Reaktoren von Kashiwazaki abgeschaltet worden. Auch Atommüllfässer waren umgestürzt und aufgegangen.


Kashiwazaki - Die Strahlung in dem am Montag ausgetretenen Wasser sei anderthalbmal so hoch wie ursprünglich geschätzt, gestand der Kraftwerksbetreiber Tokyo Electric Power Co. (Tepco) nun ein. Trotzdem bestehe keine Gesundheitsgefahr, betonte das Unternehmen.

"Es gab einen Fehler bei der Berechnung der Radioaktivität des ins Meer geflossenen Wassers", teilte Tepco mit. Insgesamt 50 Unregelmäßigkeiten seien in dem Kraftwerk nach dem Beben registriert worden. Der Bürgermeister der Stadt Kashiwazaki untersagte am Mittwoch ein Wiederhochfahren der abgeschalteten Reaktoren im weltgrößten Kernkraftwerk. Ein Betrieb sei zur Zeit nicht möglich, sagte er mit Hinweis auf Brandschutzgesetze.

Tepco verteidigte die Sicherheitsstandards in dem Atommeiler. Vier der insgesamt sieben Reaktoren hatten sich bei dem Erdbeben automatisch abgeschaltet. Bei einem war ein Leck aufgetreten, durch das strahlendes Wasser ins Meer entweichen konnte. Außerdem untersuchen Experten noch das Umkippen von rund 100 Fässern für schwach radioaktiven Atommüll. Diese seien umgefallen, dabei hätten sich Deckel geöffnet, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo gestern. Der Betreiber bestätigte, dass dazu Ermittlungen laufen.

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) drängte Japan unterdessen, transparente und strenge Aufklärung zu den Vorfällen in Folge des Bebens zu betreiben. Daraus könne man Lehren für anderen Kernkraftwerke in anderen Ländern ziehen.

stx/AFP



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