Kampf für Klimaschutz in Indonesien Fluch des Wohlstands

Christian Schwägerl

Von Christian Schwägerl

2. Teil: "Wir wollen unseren Anteil am Wohlstand der Welt"


Zusätzlich zur Entwaldung ist auch der wachsende Bedarf nach fossilen Energieträgern ein Problem. Schon länger haben Motorräder das Fahrrad als wichtigstes Fortbewegungsmittel abgelöst, nun wollen Millionen von Indonesiern auf Autos umsteigen. Durch die Hauptstadt Jakarta und andere Bevölkerungszentren wälzt sich jeden Tag eine gewaltige Blechlawine. Und obwohl das Land mit Sonne, Pflanzenwuchs und Erdwärme gesegnet ist, wird der schnell wachsende Energiehunger mit immer mehr Kohle, Erdgas und Erdöl gestillt. Die CO2-Emissionen könnten deshalb von heute 2,2 Milliarden Tonnen bis 2030 auf 3,6 Milliarden Tonnen wachsen.

"Wir sind ein typisches aufstrebendes Entwicklungsland und wollen unseren fairen Anteil am Wohlstand der Welt", sagt Agus Purnomo, der Leiter des vom Präsidenten eingesetzten nationalen Klimaamts, des National Council on Climate Change. Doch kann es wirklich so weitergehen? Seit einigen Jahren stoßen die Schwellen- und Entwicklungsländer zusammengenommen mehr Treibhausgase aus als der alte Westen. Deshalb wollen die USA und die EU nun auf dem Kopenhagen-Gipfel durchsetzen, dass sich auch Länder wie Indonesien zu Emissionsreduktionen verpflichten.

"Es gibt bei uns den starken Verdacht, dass ausgerechnet die Hauptverursacher des Klimaproblems uns das Recht auf Wohlstand streitig machen wollen", sagt Purnomo. Dennoch hat der frühere Chef des indonesischen WWF an einem Plan gearbeitet, wie das Land seine Emissionen zumindest drosseln könnte.

Steigende Meeresspiegel bedrohen Jakarta

Denn abseits aller Vorbehalte geht in Indonesien auch die Angst vor noch mehr Desastern um. Zusätzlich zu Vulkanausbrüchen und Tsunamis könnten Überflutungen, Dürren oder Stürme Indonesien auch ökonomisch empfindlich treffen. In Jakarta, wo die Industrie des Landes konzentriert ist, sind weite Teile der Stadt von einem steigenden Meeresspiegel bedroht.

"Wir sind bereit, die Emissionen gegenüber dem absehbaren Trend um 26 Prozent zu reduzieren, mit finanzieller Unterstützung von anderen Ländern sogar noch stärker", sagt Purnomo. Die Emissionen würden dadurch nicht gemindert, aber immerhin würde ihr Wachstum begrenzt. Entscheidend sei dabei, dass darunter nicht die Bevölkerung leide. "Wir müssen den Menschen eine Perspektive geben, wie sie ohne Waldzerstörung leben, preiswerte Ökoenergie bekommen und umweltfreundlich mobil sein können", sagt er.

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Umbriel 15.12.2009
1. Vulkan
Jetzt bricht zumindest auf den Philippinen mal wieder ein Vulkan aus, der dürfte in den nächsten Wochen soviel CO2 in die Stratosphäre blasen wie 1000 Jahre BRD unter Vollgas.
Hercules Rockefeller, 15.12.2009
2. Auto völlig egal
Wieso hackt man eigentlich auf den Autos rum, oder darauf, dass man in ärmeren Ländern im Jahr 2010 nicht immer noch nur zu Fuss oder per Eselskarre unterwegs sein will? Der CO²-Ausstoß von Autos, selbst von dicken Brummern wie einem Q7 ist geradezu lächerlich mit dem von bspw. Strom. Ein Blick auf die Jahresabrechnung reicht, dort liest man: Für eine popelige Kilowattstunde Strom (halbe Stunde Staubsaugen oder 2 Stunden Killerspiel daddeln) werden 490g CO² in die Welt geblasen. Damit kann man je nach Auto 300km weit fahren, sogar mit dem Q7, wenn man nicht über 130 fährt (schneller muss man auch nicht, kommt eh keiner an einem vorbei, wenn man ein bischen schlängelt). Und da blasen sich nun alle auf, wenn ein paar Tausend Indonesier in Jakarta im Stau stehen wollen? Da kommt kaum was zusammen, da wird eigentlich nur die Klimaanlage des Wagens befeuert. Würden die nun alle die dollen Elektrobrummerkarren fahren (die ohne Sicherheitsmerkmale, ohne Platz, ohne Komfort-durch und durch Grün!), dann bläsen sie weit mehr CO² in die Luft, um im Stau die Luft zu kühlen! Wir müssen Strom sparen, nicht Benzin! Es geht den "Mahnern" doch nur darum, dass es nicht angehen kann, wenn die dritte Welt nun Auto fährt. Sowas gehört sich nicht! Die sollen doof in die Kameras von UNICEF und Brot für die Welt glotzen, aber doch nicht im VW Fox ins Büro pendeln! Ja, da wird einem ja ganz anders, da fällt einem vor Schreck das Monokel in den Frühstücksschampus...
chinchoro 15.12.2009
3. Reality Check notwendig
Zitat von UmbrielJetzt bricht zumindest auf den Philippinen mal wieder ein Vulkan aus, der dürfte in den nächsten Wochen soviel CO2 in die Stratosphäre blasen wie 1000 Jahre BRD unter Vollgas.
Es ist erstaunlich, dass man in der virtualen Welt solch einen Unsinn ungestraft von sich geben kann. Trollen als Erwerbsquelle?
Makogonov 15.12.2009
4. Rechenfehler?
Zitat von Hercules RockefellerWieso hackt man eigentlich auf den Autos rum, oder darauf, dass man in ärmeren Ländern im Jahr 2010 nicht immer noch nur zu Fuss oder per Eselskarre unterwegs sein will? Der CO²-Ausstoß von Autos, selbst von dicken Brummern wie einem Q7 ist geradezu lächerlich mit dem von bspw. Strom. Ein Blick auf die Jahresabrechnung reicht, dort liest man: Für eine popelige Kilowattstunde Strom (halbe Stunde Staubsaugen oder 2 Stunden Killerspiel daddeln) werden 490g CO² in die Welt geblasen. Damit kann man je nach Auto 300km weit fahren, sogar mit dem Q7, wenn man nicht über 130 fährt (schneller muss man auch nicht, kommt eh keiner an einem vorbei, wenn man ein bischen schlängelt). Und da blasen sich nun alle auf, wenn ein paar Tausend Indonesier in Jakarta im Stau stehen wollen? Da kommt kaum was zusammen, da wird eigentlich nur die Klimaanlage des Wagens befeuert. Würden die nun alle die dollen Elektrobrummerkarren fahren (die ohne Sicherheitsmerkmale, ohne Platz, ohne Komfort-durch und durch Grün!), dann bläsen sie weit mehr CO² in die Luft, um im Stau die Luft zu kühlen! Wir müssen Strom sparen, nicht Benzin! Es geht den "Mahnern" doch nur darum, dass es nicht angehen kann, wenn die dritte Welt nun Auto fährt. Sowas gehört sich nicht! Die sollen doof in die Kameras von UNICEF und Brot für die Welt glotzen, aber doch nicht im VW Fox ins Büro pendeln! Ja, da wird einem ja ganz anders, da fällt einem vor Schreck das Monokel in den Frühstücksschampus...
[QUOTE=Hercules Rockefeller;4712590] Der CO²-Ausstoß von Autos, selbst von dicken Brummern wie einem Q7 ist geradezu lächerlich mit dem von bspw. Strom. Ein Blick auf die Jahresabrechnung reicht, dort liest man: Für eine popelige Kilowattstunde Strom (halbe Stunde Staubsaugen oder 2 Stunden Killerspiel daddeln) werden 490g CO² in die Welt geblasen. Damit kann man je nach Auto 300km weit fahren, sogar mit dem Q7, wenn man nicht über 130 fährt (schneller muss man auch nicht, kommt eh keiner an einem vorbei, wenn man ein bischen schlängelt).
alexander ernst 15.12.2009
5. Rechenfehler
Zitat von Makogonov[QUOTE=Hercules Rockefeller;4712590] Der CO²-Ausstoß von Autos, selbst von dicken Brummern wie einem Q7 ist geradezu lächerlich mit dem von bspw. Strom. Ein Blick auf die Jahresabrechnung reicht, dort liest man: Für eine popelige Kilowattstunde Strom (halbe Stunde Staubsaugen oder 2 Stunden Killerspiel daddeln) werden 490g CO² in die Welt geblasen. Damit kann man je nach Auto 300km weit fahren, sogar mit dem Q7, wenn man nicht über 130 fährt (schneller muss man auch nicht, kommt eh keiner an einem vorbei, wenn man ein bischen schlängelt).
[QUOTE=Makogonov;4713182] Hier liegt ein Rechenfehler Faktor 100 vor. Der CO2-Ausstoß von Autos ist nicht lächerlich. Der CO2-Ausstoß eines Autos beträgt zwischen 99 Gramm/Kilometer (sehr sparsam) und 250-300 Gramm/Kilometer (große Limousinen). Mit besagter Kilowattstunde kommt man also nicht 300 Kilometer weit, sondern 1-4 Kilometer. Das setzt einen Strommix von ca 50 Prozent Kohleanteil voraus. Die Emissionen aus dem Straßenverkehr tragen erheblich zu den CO2-Emissionen bei.
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