Kampf für Klimaschutz in Indonesien Fluch des Wohlstands

Christian Schwägerl

Von Christian Schwägerl

3. Teil: Servicegebühren für den lebenden Wald


Auf 100 Milliarden bis 300 Milliarden Euro jährlich wird der Bedarf geschätzt, um alle Entwicklungs- und Schwellenländer auf einen grünen Kurs zu bringen. Denn noch immer spricht die kurzfristige ökonomische Logik dafür, die Emissionen stark zu steigern. Der Wald ist weitgehend kostenlos, Kohle billig, und ein Vorrang für das Auto erspart dem Staat kostspielige Investitionen in den öffentlichen Verkehr.

In Palangkaraya und anderen Waldgegenden Indonesiens versuchen Umweltorganisationen bereits intensiv, den Menschen zu einem Einkommen aus dem lebenden Wald zu verhelfen. Rattanmöbel, Waldhonig, Fischzucht, Ökotourismus, Kunsthandwerk zählen zu den Alternativen. Doch noch immer ist es lukrativer, den Wald einfach abzuholzen.

Rosenda Kasih hofft auf ein neues Finanzkonzept, das den Unterhändlern und Politikern in Kopenhagen zur Entscheidung vorliegt: REDD steht für "Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation in developing countries", für den Versuch, lebenden Wäldern einen ökonomischen Wert zu geben und nicht erst den abgeholzten Bäumen.

Grüner Tauschhandel

Im Sebangau-Nationalpark spielt der WWF Indonesien bereits durch, wie es funktionieren könnte: Für seine Waldschutzmaßnahmen bekommt der WWF Geld etwa von der Deutschen Post. Dann wird errechnet, wie viel Treibhausgase der Atmosphäre dadurch erspart geblieben sind. Diese Menge könnte sich der Geldgeber in Form von CO2-Zertifikaten gutschreiben lassen - so könnte die Post ihre CO2-Emissionen für den Brieftransport ausgleichen.

In anderen Gegenden Indonesiens wird bei REDD-Pilotprojekten berechnet, wie viel Wald in den kommenden Jahren verschwinden würde, falls sich der aktuelle Trend fortsetzt. Sinkt die Entwaldungsrate, wird eine Art Servicegebühr für den geschützten Kohlenstoffspeicher Wald bezahlt, da CO2 nicht in die Atmosphäre gelangt ist. Viele Milliarden Euro REDD-Gelder müssten fließen, um die Abholzung der Regenwälder zu unterbinden. "Wir müssen in Zukunft einen guten Lebensstandard durch Waldschutz erwirtschaften können", sagt Kasih, "wir müssen also die Holzfäller rauskaufen."

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Umbriel 15.12.2009
1. Vulkan
Jetzt bricht zumindest auf den Philippinen mal wieder ein Vulkan aus, der dürfte in den nächsten Wochen soviel CO2 in die Stratosphäre blasen wie 1000 Jahre BRD unter Vollgas.
Hercules Rockefeller, 15.12.2009
2. Auto völlig egal
Wieso hackt man eigentlich auf den Autos rum, oder darauf, dass man in ärmeren Ländern im Jahr 2010 nicht immer noch nur zu Fuss oder per Eselskarre unterwegs sein will? Der CO²-Ausstoß von Autos, selbst von dicken Brummern wie einem Q7 ist geradezu lächerlich mit dem von bspw. Strom. Ein Blick auf die Jahresabrechnung reicht, dort liest man: Für eine popelige Kilowattstunde Strom (halbe Stunde Staubsaugen oder 2 Stunden Killerspiel daddeln) werden 490g CO² in die Welt geblasen. Damit kann man je nach Auto 300km weit fahren, sogar mit dem Q7, wenn man nicht über 130 fährt (schneller muss man auch nicht, kommt eh keiner an einem vorbei, wenn man ein bischen schlängelt). Und da blasen sich nun alle auf, wenn ein paar Tausend Indonesier in Jakarta im Stau stehen wollen? Da kommt kaum was zusammen, da wird eigentlich nur die Klimaanlage des Wagens befeuert. Würden die nun alle die dollen Elektrobrummerkarren fahren (die ohne Sicherheitsmerkmale, ohne Platz, ohne Komfort-durch und durch Grün!), dann bläsen sie weit mehr CO² in die Luft, um im Stau die Luft zu kühlen! Wir müssen Strom sparen, nicht Benzin! Es geht den "Mahnern" doch nur darum, dass es nicht angehen kann, wenn die dritte Welt nun Auto fährt. Sowas gehört sich nicht! Die sollen doof in die Kameras von UNICEF und Brot für die Welt glotzen, aber doch nicht im VW Fox ins Büro pendeln! Ja, da wird einem ja ganz anders, da fällt einem vor Schreck das Monokel in den Frühstücksschampus...
chinchoro 15.12.2009
3. Reality Check notwendig
Zitat von UmbrielJetzt bricht zumindest auf den Philippinen mal wieder ein Vulkan aus, der dürfte in den nächsten Wochen soviel CO2 in die Stratosphäre blasen wie 1000 Jahre BRD unter Vollgas.
Es ist erstaunlich, dass man in der virtualen Welt solch einen Unsinn ungestraft von sich geben kann. Trollen als Erwerbsquelle?
Makogonov 15.12.2009
4. Rechenfehler?
Zitat von Hercules RockefellerWieso hackt man eigentlich auf den Autos rum, oder darauf, dass man in ärmeren Ländern im Jahr 2010 nicht immer noch nur zu Fuss oder per Eselskarre unterwegs sein will? Der CO²-Ausstoß von Autos, selbst von dicken Brummern wie einem Q7 ist geradezu lächerlich mit dem von bspw. Strom. Ein Blick auf die Jahresabrechnung reicht, dort liest man: Für eine popelige Kilowattstunde Strom (halbe Stunde Staubsaugen oder 2 Stunden Killerspiel daddeln) werden 490g CO² in die Welt geblasen. Damit kann man je nach Auto 300km weit fahren, sogar mit dem Q7, wenn man nicht über 130 fährt (schneller muss man auch nicht, kommt eh keiner an einem vorbei, wenn man ein bischen schlängelt). Und da blasen sich nun alle auf, wenn ein paar Tausend Indonesier in Jakarta im Stau stehen wollen? Da kommt kaum was zusammen, da wird eigentlich nur die Klimaanlage des Wagens befeuert. Würden die nun alle die dollen Elektrobrummerkarren fahren (die ohne Sicherheitsmerkmale, ohne Platz, ohne Komfort-durch und durch Grün!), dann bläsen sie weit mehr CO² in die Luft, um im Stau die Luft zu kühlen! Wir müssen Strom sparen, nicht Benzin! Es geht den "Mahnern" doch nur darum, dass es nicht angehen kann, wenn die dritte Welt nun Auto fährt. Sowas gehört sich nicht! Die sollen doof in die Kameras von UNICEF und Brot für die Welt glotzen, aber doch nicht im VW Fox ins Büro pendeln! Ja, da wird einem ja ganz anders, da fällt einem vor Schreck das Monokel in den Frühstücksschampus...
[QUOTE=Hercules Rockefeller;4712590] Der CO²-Ausstoß von Autos, selbst von dicken Brummern wie einem Q7 ist geradezu lächerlich mit dem von bspw. Strom. Ein Blick auf die Jahresabrechnung reicht, dort liest man: Für eine popelige Kilowattstunde Strom (halbe Stunde Staubsaugen oder 2 Stunden Killerspiel daddeln) werden 490g CO² in die Welt geblasen. Damit kann man je nach Auto 300km weit fahren, sogar mit dem Q7, wenn man nicht über 130 fährt (schneller muss man auch nicht, kommt eh keiner an einem vorbei, wenn man ein bischen schlängelt).
alexander ernst 15.12.2009
5. Rechenfehler
Zitat von Makogonov[QUOTE=Hercules Rockefeller;4712590] Der CO²-Ausstoß von Autos, selbst von dicken Brummern wie einem Q7 ist geradezu lächerlich mit dem von bspw. Strom. Ein Blick auf die Jahresabrechnung reicht, dort liest man: Für eine popelige Kilowattstunde Strom (halbe Stunde Staubsaugen oder 2 Stunden Killerspiel daddeln) werden 490g CO² in die Welt geblasen. Damit kann man je nach Auto 300km weit fahren, sogar mit dem Q7, wenn man nicht über 130 fährt (schneller muss man auch nicht, kommt eh keiner an einem vorbei, wenn man ein bischen schlängelt).
[QUOTE=Makogonov;4713182] Hier liegt ein Rechenfehler Faktor 100 vor. Der CO2-Ausstoß von Autos ist nicht lächerlich. Der CO2-Ausstoß eines Autos beträgt zwischen 99 Gramm/Kilometer (sehr sparsam) und 250-300 Gramm/Kilometer (große Limousinen). Mit besagter Kilowattstunde kommt man also nicht 300 Kilometer weit, sondern 1-4 Kilometer. Das setzt einen Strommix von ca 50 Prozent Kohleanteil voraus. Die Emissionen aus dem Straßenverkehr tragen erheblich zu den CO2-Emissionen bei.
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