Kampf gegen Diabetes Darmzellen können Insulin produzieren

Die Gentechniker arbeiten weiter an einem Weg, Insulinspritzen bei Diabetikern überflüssig zu machen. Jetzt geraten Darmzellen ins Visier der Forschung.

Washington - Kanadischen Wissenschaftlern ist es gelungen, Darmzellen von Mäusen gentechnisch so zu verändern, dass sie menschliches Insulin produzieren. Ihre Tierversuche stellen Anthony Cheung und Kollegen von der University of Alberta im kanadischen Edmonton im US-Fachjournal "Science" vor.

Vorläufer der so genannten K-Zellen werden auch im menschlichen Darm gebildet. Diese Zellen sollen nun, so die Vision der Forscher, mit Hilfe der Gentechnik verändert werden. Sie könnten dann genau die Menge des Hormons abgeben, die der Körper braucht, um sich den Blutzuckerschwankungen des Tages anzupassen. Bei Mäusen ist den Kanadiern das nach eigenen Angaben schon weitgehend gelungen.

Die K-Zellen produzieren normalerweise das Hormon GIP, das die Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse anregt. Auf diese Weise kann zum Beispiel der Blutzuckerspiegel nach dem Essen reguliert werden.

Bei Patienten, die an Diabetes leiden, ist der Zuckerstoffwechsel gestört. Das für die Senkung des Blutzuckerspiegels verantwortliche Insulin wird entweder nicht gebildet oder kann nicht mehr richtig wirken. Die Folgen sind unter anderem Nierenschäden und Erblindung. Allein in Deutschland leiden mehr als vier Millionen Menschen an Diabetes.

Die kanadischen Wissenschaftler sind mit ihren Forschungen nicht allein: In den vergangenen Monaten haben mehrere Teams Fortschritte bei der Bekämpfung von Diabetes gemeldet. So konnten mit Hilfen der Gentechnik im Tierversuch sowohl Leber- als auch Muskelzellen zur Insulinproduktion angeregt werden. Die Gentechniker warnen jedoch vor zu viel Optimismus. Der Weg von der Maus bis zum Menschen sei noch lang.

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