Hohe Auszeichnung in Mathematik Abelpreis geht erstmals an eine Frau

Die Amerikanerin Karen Keskulla Uhlenbeck erhält als erste Frau den renommierten Abelpreis. Er gilt als eine der höchsten Auszeichnungen in der Mathematik.

Karen Keskulla Uhlenbeck
AFP/The Norwegian Academy of Science and Letters

Karen Keskulla Uhlenbeck


Die norwegische Akademie der Wissenschaften hat die amerikanische Mathematikerin Karen Keskulla Uhlenbeck, 76, mit dem Abelpreis ausgezeichnet. Es ist das erste Mal, dass eine Frau geehrt wurde.

Der Abelpreis ist mit umgerechnet 620.000 Euro dotiert und gilt als eine der bedeutendsten wissenschaftlichen Auszeichnungen auf dem Gebiet der Mathematik. Vergleichbar ist er am ehesten mit dem Nobelpreis, der in den Kategorien Physik, Chemie, Medizin und Bemühungen um den Frieden verliehen wird.

Die ebenfalls sehr renommierte Fields-Medaille wird nur alle vier Jahre an Mathematiker verliehen, die im Jahr vor der Auszeichnung jünger als 40 Jahre alt waren. Als erste Frau hatte diese 2014 die inzwischen verstorbene Iranerin Maryam Mirzakhani erhalten.

Nachruf auf iranisches Genie

Vorkämpferin für die Gleichstellung der Geschlechter

Die Akademie ehrt Uhlenbeck für ihre bahnbrechende Arbeit in den Bereichen geometrische partielle Differentialgleichungen, Messtheorie und integrierbare Systeme. Uhlenbecks Arbeit in der geometrischen Analysis und der Eichtheorie habe die mathematische Landschaft grundlegend verändert, sagte der Vorsitzende des Abel-Ausschusses, Hans Munthe-Kaas.

"Ihre Theorien haben unser Verständnis von minimalen Oberflächen wie die einer Seifenblase revolutioniert." Als weibliche Mathematikerin sei Uhlenbeck außerdem ein Vorbild. Sie sei eine starke Vorkämpferin für die Gleichstellung der Geschlechter in der Forschung und in der Mathematik.

2018 ging der Abelpreis an den kanadischen Mathematiker Robert Langlands. Er hatte im Alter von nur 30 Jahren eine neuartige Mathematik begründet, indem er enge Verbindungen zwischen zwei mathematischen Gebieten postulierte, die man damals kaum für möglich gehalten hatte (mehr dazu lesen Sie hier).

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Textfassung hieß es, Keskulla Uhlenbeck arbeite im Bereich der Maßtheorie. Richtig ist der Bereich der Eichtheorie. Wir haben den Fehler korrigiert.

jme/dpa



insgesamt 4 Beiträge
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pakospon 19.03.2019
1.
Liebe SPON Redaktion, Uhlenbecks Spezialgebiete heißen im deutschen nicht geometrische Analyse und Messtheorie sonder geometrische Analysis und Maßtheorie (Englisch : geometric analysis und measure theory)
Schubidubiduu 123 19.03.2019
2. @Autor: Messtheorie ist Psychologie
Da es hier um Mathematik geht, dürfte Maßtheorie gemeint sein.
Olaf 19.03.2019
3.
Herzlichen Glückwunsch, kann man da nur sagen. Das ist wirklich eine tolle Leistung.
Alexander Nenninger 20.03.2019
4. Quellen für Messtheorie?
Sowohl SPON als auch die zugehörigen Kommentare laufen sich ja wieder zu Höchstform auf. Weder in der Presseerklärung, der Citation oder Kurzbiografie auf abelprize.no ist die rede davon. Auch auf Uhlenbecks persönlicher Website ist nichts davon zu finden: "Long Term Research Interests: Geometric Partial Differential Equations The Calculus of Variations, especially scale invariant problems (past interest) Gauge Theory (now mostly for wave and non-linear Schoedinger systems) Integrable Systems Virasoro actions Non-linear waves and non-linear Schroedinger Equations, especially scale invariant problems" Bitte um Klarstellung.
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