Kilimandscharo Bald keine Schneehaube mehr


San Francisco - Die Schneehaube auf der Spitze des Kilimandscharo droht zu schmelzen. Das Wahrzeichen Afrikas werde in weniger als 15 Jahren nicht mehr wiederzuerkennen sein, warnten US-Forscher auf dem Kongress der Amerikanischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft (AAAS) in San Francisco am Montag. Außer dem Kilimandscharo, der seit Jahrtausenden mit seiner Schneehaube über Tansania ragt, drohe den berühmtesten Gipfeln der Welt von Peru bis Tibet der Verlust ihrer Gletscher. Die Alpen werden nach Berechnung der Wissenschaftler bis zum Jahr 2025 etwa 90 Prozent der Gletscher verloren haben, die sie ein Jahrhundert zuvor bedeckten.

Klimaforscher Lonnie Thompson vom Byrd Polar Forschungszentrum der Staatlichen Universität Ohios wertete das Schmelzen als eines der deutlichsten Zeichen dafür, dass die globale Erwärmung der letzten 50 Jahre über natürliche Klimaschwankungen hinausgeht. Kollegen stimmten ihm zu: Die durch die zunehmende Industrialisierung abgegebenen Gase förderten den Verlust der Gletscher zumindest.

Laut Thompson hat der Kilimandscharo seit dem Beginn der Aufzeichnung 1912 rund 82 Prozent seiner Schnee- und Eisfelder verloren. Das Schmelzen begann schon vor 100 Jahren. Ursprünglich natürliche Veränderungen lösten den Prozess aus, bevor der dramatische Anstieg von Kohlenstoffdioxid und anderer Treibhausgase einsetzte. Davor hatten sich Gletscher im Rhythmus von einigen Zehntausenden von Jahren zurück- und wieder neu gebildet.



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