Kinderlähmung Polioviren aus indischen Labors entwichen

Gefährliche Panne in Indien: Aus zwei Labors sind Polioviren in die Umwelt gelangt. Sieben Menschen haben sich Medienberichten zufolge bereits mit den Erregern der Kinderlähmung infiziert.


Laborstämme des Poliovirus seien kürzlich in sieben Fällen nachgewiesen worden, berichtete die "Times of India". Solche Vorfälle könnten die angestrebte Ausrottung der Kinderlähmung in Indien und weltweit gefährden. Die Krankheit kommt noch in einigen Staaten in Asien und Afrika vor. In Afrika beginnt Ende dieser Woche nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die größte Polio-Impfkampagne in der Geschichte des Kontinents.

Eine Arbeitsgruppe soll für die indische Regierung nun eine Liste aller Labore im Land anfertigen, die das Poliovirus lagern. Diese Aufgabe könne jedoch bis zu zwei Jahre in Anspruch nehmen, warnte der Indische Medizin-Forschungsrat ICMR, der die Aktion leitet. Die Vereinten Nationen hatten sich die weltweite Ausrottung der Krankheit bis 2005 zum Ziel gesetzt. In Indien wurden den Angaben zufolge im vergangenen Jahr noch rund 300 neue Poliofälle gezählt, weltweit waren es nach Auskunft des Kinderhilfswerks UNICEF 667.



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